“Der Investor weiß, was er an Vorarlberg hat”

Markt / 04.06.2014 • 22:05 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Micha Siebenhandl ist seit 1. April CEO bei Huber.  Foto: VN/Hofmeister
Micha Siebenhandl ist seit 1. April CEO bei Huber. Foto: VN/Hofmeister

Neuer CEO Siebenhandl hat mit der Huber Holding viel vor, wie er im VN-Gespräch erklärt.

Götzis. Gut zwei Monate führt der Deutsche Micha S. Siebenhandl das Tagesgeschäft beim Götzner Unterwäsche-Spezialisten Huber. Und was er bisher gesehen hat, weiß ihm durchaus zu gefallen. „Die Vorarlberger packen an und sind daher den Amerikanern gar nicht so unähnlich. Ich hab’ 16 Jahre für ein amerikanisches Unternehmen gearbeitet und kenne daher die Hands-on-Mentalität“, sagt Siebenhandl, der täglich in der Produktion vorbeischaut, um Betrieb und Leute möglichst schnell kennenzulernen.

Kontinuität vielsagend

Angenehm überrascht ist der Schwabe darüber, dass Huber nach wie vor wie ein Familienunternehmen funktioniert. Auch wenn der Finanzvorstand in jüngster Vergangenheit öfters wechselte, waren es Kontinuität und Nachhaltigkeit, die ihn für diese Aufgabe in Vorarlberg überzeugten. „Wir haben mit Dr. Thomas Schur zwölf Jahre denselben Aufsichtsratsvorsitzenden. Wir haben seit sechs Jahren den gleichen Investor, also ist es ein strategischer Investor“, sagt Siebenhandl und fügt hinzu: „Vor mir war Mathias Boenke sechs Jahre CEO und hat gute Arbeit geleistet. Diese Kontinuität sucht ihresgleichen.“

Der 40-Jährige hat inzwischen mehrere Huber-Shops besucht, hat die Belegschaft kennengelernt und auch schon Betriebsversammlungen hinter sich und sagt: „Ich bin gekommen, um zu bleiben, denn wir haben hier viel vor.“

Hohe Ziele gesteckt

Eines seiner Ziele ist es, bester Arbeitsgeber Österreichs zu werden. „Im Kleinen fangen wir an. Wir bauen gerade eine Sonnenterrasse, damit die Mitarbeiter einen schönen Platz in der Pause haben, wir schauen gemeinsam die Fußball-WM auf Großbildleinwand, und ich will auch einen kleinen Vorarlberger Biergarten errichten, damit sich die Mitarbeiter wohlfühlen“, gibt Siebenhandl im Gespräch mit den VN preis. Um die Marken der Holding nach vorne zu pushen, sieht er momentan ein günstiges Umfeld. „Die Wäschebranche hat ein Wachstumspotenzial von sechs Prozent. Eine neue Marktforschung besagt, dass wir um neun Prozent wachsen können.“ Nachholbedarf sieht er bei verführerischen Dessous. Mit Skiny will er vor allem neue Märkte wie Nordamerika, Frankreich oder Italien erobern.

Getragen werden sollen die Expansionspläne vom Standort Vorarlberg. „Ich prognostiziere, dass in fünf Jahren 40 Prozent mehr Mitarbeiter in unserer Arula-Fabrik in Mäder arbeiten werden“, so seine klare Ansage. Denn: „Der Investor weiß genau, was er an den Leuten hier in Vorarlberg hat.“

Gespräch Huber Holding; Micha S. Siebenhandl, CEO
Gespräch Huber Holding; Micha S. Siebenhandl, CEO
Gespräch Huber Holding; Micha S. Siebenhandl, CEO
Gespräch Huber Holding; Micha S. Siebenhandl, CEO

Zitate Siebenhandl

It’s all about the people! Will heißen: Wenn du die Leute nicht hinter dir hast und sie keinen Spaß an ihrer Arbeit haben, sind sie nicht erfolgreich, und dann ist das ganze Unternehmen nicht erfolgreich.

 

Ich prognostiziere, dass in fünf Jahren 30 bis 40 Prozent mehr Leute in Mäder arbeiten.

Wenn mir die Leute erzählen, warum sie bei Huber arbeiten, bekomme ich Gänsehaut.

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