Die Weichen für die Zukunft stellen

Markt / 24.06.2014 • 22:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die Weichen für die Zukunft stellen

Die Zukunft im Blick. Im Vergleich mit anderen Standorten gibt es durchaus Potenzial.

Schwarzach. Derzeit liegt Vorarlberg gut im Rennen der besten Standorte Europas. In den vergangenen Jahren haben die Unternehmen Potenzial optimal ausgenützt, die Rahmenbedingungen, die auf Landesebene geschaffen wurden, sind gut, doch ist der Einfluss der Vorarlberger Politik begrenzt, wie auch der stv. Präsident der Vorarlberger Industriellenvereinigung, Dieter Gruber, im Gespräch mit den VN beklagt hat. Die gute Position des Standorts Vorarlberg in Zukunft zu halten, wird eine Aufgabe, die auf keinen Fall einfach ist. Denn gerade beim Entwicklungspotenzial ist die Luft nach oben dünn. 

Entscheidende Bedeutung

„Dem strukturellen Entwicklungspotenzial kommt eine entscheidende Bedeutung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und somit der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung zu“, betont Prof. Friedrich Schneider, Autor der Vergleichsstudie. Dieses Potenzial lässt sich in drei Bereiche, nämlich das industrielle strukturelle Potenzial, „Capacity to Compete“ und politisch strukturelles Potenzial, unterteilen.

Regionale Struktur

Die Komponenten Industrial Structural Potential und Capacity to Compete erfassen auf unterschiedliche Weise die Zukunftsaussichten eines Wirtschaftsraumes mit Hilfe der regionalen Wirtschaftsstruktur. Der Detailbereich „Capacity to Compete“ beleuchtet die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Exportbasis der regionalen Wirtschaft, das Industry Structural Potential fokussiert hingegen auf die Wachstumsaussichten aller in einem Wirtschaftsraum vorhandenen Branchen. Schließlich werden auch noch die politischen Rahmenbedingungen („Political Structural Index“) von den Studienautoren des Linzer Instituts für Volkswirtschaftslehre erfasst. Dieser Index bewertet die Höhe der wahrgenommenen Korruption, die Schattenwirtschaft und den Dezentralisierungsgrad am Standort. Der Standort Vorarlberg erreicht im Vergleich aller
drei Potenzial-Komponenten Rang 7­ mit 100,9 und liegt damit noch leicht über dem west-europäischen Durchschnitt. Oberösterreich erreicht hier den Rang 8 mit 100,4. Rang 1 mit 109,2 gibt es für die Region Nürnberg. Auch auf Rang 2 ist eine deutsche Region zu finden: Karlsruhe. Rang 3 erreichte die Region Süd-Schweden.

Betrachtet man die einzelnen Bausteine, aus denen sich diese so wichtige Wertung zusammensetzt, und hier zunächst das Industry Structural Potential und das regionale BIP-Wachstum als Differenz zu West-Europa, so liegt dieses für den Wirtschaftsstandort Vorarlberg leicht unter dem west-europäischen Durchschnitt mit -0,007 und nimmt den Rang 7 ein. Zum Vergleich: Oberösterreich als zweiter Standort unserer Republik liegt mit -0,065 sogar auf dem vorletzten Platz. Rang 1 erreicht einmal mehr Kopenhagen mit 0,163 , Rang 2 erobert die italienische Provinz Piemont (0,07).

Politische Strukturen

Beim Political Structure Potential Index liegt Vorarlberg auf Rang 5. Ganz vorne ist die Ostschweiz, gefolgt von den Regionen Nürnberg und Karlsruhe. Auch bei dieser Potenzialabschätzung zeigt sich, dass Vorarlberg im wahrsten Sinne des Wortes noch Potenzial hat. LSth. Karlheinz Rüdisser sieht sich gut vorbereitet: „Von Vorarlberger Seite müssen wir keine Anpassungen vornehmen. Wir haben die angesprochenen strategischen Themen in unserem Wirtschaftsleitbild abgebildet und arbeiten an der Umsetzung.“

Dem strukturellen Entwicklungspotenzial kommt eine große Bedeutung für die Zukunft zu.

Prof. Friedrich Schneider

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