Glückauf, heißt es im Rellstal

Markt / 30.07.2014 • 22:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Von links: Burkhard Wachter, Helmut Mennel, Christof Germann, Projektleiter Florian Sollerer, Michael Pichler (Nägele Bau), Manfred Feuerstein (Wilhelm + Mayer Bau), Ludwig Summer und Erich Schwärzler.  VN/BH
Von links: Burkhard Wachter, Helmut Mennel, Christof Germann, Projektleiter Florian Sollerer, Michael Pichler (Nägele Bau), Manfred Feuerstein (Wilhelm + Mayer Bau), Ludwig Summer und Erich Schwärzler. VN/BH

38 Millionen Euro investieren illwerke vkw in das Kraftwerksprojekt Rellswerk.

Vandans. Alles Gute kommt von oben, dieser Überzeugung kann gleichermaßen ein Pfarrer wie auch ein Vorstandsmitglied eines Energieversorgers, der aus Wasserkraft Strom gewinnt, sein. Die illwerke vkw können sich in drei Jahren über noch mehr Gutes von oben freuen. Dann werden die Bauarbeiten für das Rellswerk abgeschlossen sein.

Die Investitionssumme von 38 Millionen Euro wird dafür eingesetzt, im Bereich der Rellskapelle den oberen Rellsbach zu fassen und im Lünerseewerk zu nutzen. Das Wasser wird in einem Ausgleichsbecken zwischengespeichert, über eine Druckrohrleitung in die Triebwasser-führung Lünersee – Latschau geführt und weiter in den Lünersee gepumpt.

Zur Erzielung eines optimalen Betriebs ist im Bereich unterhalb der Rellskapelle ein Ausgleichsbecken mit einem Nutzvolumen von rund 44.000 m3 geplant.

Mehr Energie aus Lünersee

„Das Rellswerk wird den Zufluss zum Lünersee um rund 17 Millionen m3 pro Jahr erhöhen. Durch die Nutzung des Wassers ab der Rellskapelle auf 1450 Metern Seehöhe anstatt ab der bestehenden Rellsbachfassung auf 1000 Metern wird zusätzlich Primärenergie von rund 18 Gigawattstunden pro Jahr gewonnen“, erklärte Helmut Mennel, Vorstandsmitglied der illwerke vkw anlässlich der gestrigen Spatenstichfeier. Gleichzeitig erhöhe sich die Erzeugung von hochwertiger Spitzen- und Regelenergie im Lünerseewerk um mindestens 37 Gigawattstunden pro Jahr – mithilfe des Rellswerks kann in Zukunft also mehr Energie aus dem Lünersee geholt werden.

UVP bereits 2010

Auszeichnen, so Mennel, würde sich das Kraftwerk vor allem durch seine hohe Umweltverträglichkeit. Ein entsprechende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) wurde bereits 2010 positiv abgeschlossen. Das war auch wichtig, wie der Vandanser Bürgermeister Burkhard Wachter betont. Schließlich „ist das Rellstal seit 1966 unter besonderem Naturschutz“. Seine Gemeinde würde sich nun aber vollends freuen, dass „das Wassergefälle hier ideal genützt wird“.

Landesrat Erich Schwärzler betonte ebenfalls, dass ein Ausbau der Wasserkraft nur im Einklang mit dem Naturschutz geschehen dürfe und freute sich vor allem über die Wertschöpfung, die zu großen Teilen im Land bleibt und Arbeitsplätze schafft. Zu den Hauptpartnern beim Kraftwerksbau zählen das Götzner Unternehmen Wilhelm + Mayer Bau GmbH sowie Nägele Bau aus Röthis.

Durch den Schaden, der 2009 nach einem Brand am Rodundwerk II, dem zweitgrößten Kraftwerk des heimischen Energieversorgers, entstanden ist, hat sich der Spatenstich für das Rellswerk jedoch etwas verzögert. Angesichts des späteren Baubeginns dürfte für die Bauherren gelten: „Aufgeschoben, ist nicht aufgehoben kommt doch das Gute nach wie vor von oben.“

Es zeichnet sich durch seine Umweltverträglichkeit aus.

Helmut Mennel

Rellswerk in Zahlen

» Investitionssumme: 38 Millionen Euro

» Nennleistung im Turbinen­betrieb: 12 MW

» Nennleistung im Pumpbetrieb: 15 MW

» Nutzinhalt des Beckens Rells bis Stauziel: 44.000 m³

» Trassenlänge der Druckrohr­leitung: 2,3 km

» Geplante Inbetriebnahme: Ende 2016