30 neue Jobs in Kennelbach

Markt / 07.08.2014 • 22:26 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Tennis-Star Novak Djokovic spielt mit Head-Rackets. Foto: AP
Tennis-Star Novak Djokovic spielt mit Head-Rackets. Foto: AP

Head mit mehr Umsatz im Halbjahr. Auch Ausblick auf Gesamtjahr optimistisch.

Kennelbach. Es gibt Dinge, die wiederholen sich jedes Jahr. Auch bei einem börsennotierten Unternehmen, weil es verpflichtet ist, jedes Quartal einen Bericht vorzulegen. Für den Sportartikelkonzern Head heißt das, dass man jährlich im ersten und zweiten Quartal einen Verlust berichten muss. Geschuldet ist das dem Umstand, dass 45 Prozent des Gesamtumsatzes im Wintersportbereich erzielt wird. Und da Ski, Skibindungen und Skischuhe traditionell erst zwischen August und November geordert werden, kommt es eben meist erst im dritten und vierten Quartal zu Steigerungen. „Die Kosten haben wir das ganze Jahr, die Umsätze kommen aber erst im Herbst“, erklärt Head-Finanzchef Günter Hagspiel. Und so präsentieren sich die Zahlen des ersten Halbjahrs folglich mit einem bereinigten Betriebsverlust von 8,1 Millionen Euro. Dafür konnte der Umsatz um zwei Prozent auf rund 137 Mill. Euro gesteigert werden.

Den stärksten Zuwachs erzielte Head im Wintersport. Im Bereich Racketsport gingen die Umsätze im Halbjahr aufgrund von Wechselkursentwicklungen um 1,1 Prozent zurück. Im Tauchsportbereich erzielte Head einen Umsatzzuwachs von drei Prozent. Insgesamt sei das Marktumfeld schwierig und Hagspiel schätzt, dass der Markt in den drei Bereichen künftig um fünf bis zehn Prozent zurückgehen wird.

Dass Head dennoch eine gute Entwicklung verbuchen kann, führt er auf die gute Marktstellung zurück. Zum einen habe Head erfolgreiche Rennläufer und Tennisspieler, zum anderen würden vermehrt Produkte im gehobenen Segment gekauft. „Es gibt einen Trend zu hochpreisigen Skiern“, erklärt der Finanzchef. Bedingt ist das auch durch das wachsende Verleih-Geschäft. Je nach Markt komme diesem mittlerweile über 50 Prozent des Absatzes zu.

Potenzial in China

Generell bleibe aber die Herausforderung, dass Head in Märkten stark sei, in denen es kaum mehr Wachstum gebe. Potenzial sieht man beim Sportartikelhersteller in China, allerdings bewegen sich die Umsätze dort aber im Vergleich noch auf „bescheidenem Niveau“. Konkret heißt das, dass derzeit in Vorarlberg noch mehr Skier verkauft werden als in China. Auch Russland sei ein interessanter Markt. Wegen der Krise bleibe jedoch noch abzuwarten, was sich dort tue.

Aufgestockt

Eine Auswirkung dieser insgesamt positiven Entwicklung ist der Mitarbeiterzuwachs am Standort in Kennelbach. 30 neue Arbeitsplätze wurden in den vergangenen zwölf Monaten geschaffen, ein Plus von 12 Prozent. Damit liegt die Mitarbeiterzahl wieder über der Zahl von 300. Aufgestockt wurde in allen Bereichen, unter anderem kam auch eine neue Bekleidungsabteilung dazu.

Ebenfalls wurden heuer auch zwei Firmen zugekauft (die VN berichteten). Jeweils fünf Millionen Euro wurden für einen tschechischen Lohnveredler sowie eine deutsche Tauchzertifizierungsfirma ausgegeben. Von diesen Investments erwarte man sich viel, genauso wie auch vom Sportswear-Bereich – ein strategisch wichtiger Bereich für Head. Das Ziel sei, dass er sich neben Wintersport, Tennis und Tauchen zum vierten Standbein des Konzerns entwickle.

Positiver Ausblick

Für das Gesamtjahr ist Hagspiel jedenfalls positiv gestimmt. Bereits 2013 konnte Head mit einem Plus bei Umsatz und Gewinn ein „ausgezeichnetes“ Jahr verzeichnen. Das Betriebsergebnis betrug 12,1 Mill. Euro. Das soll auch heuer wieder erreicht werden. Optimistisch stimmt Hagspiel der höhere Auftragsstand im Wintersport. 85 Prozent der Aufträge für den heurigen Winter sind bereits in den Büchern. Zudem fahren die beiden Skistars Alexis Pinturault und André Myhrer künftig mit Head-Equipment. Dadurch erwarte man sich weitere Fortschritte in den technischen Disziplinen.

Kein Aktienrückkauf

Weitere Pläne hinsichtlich Aktienrückkäufen gibt es indes nicht. Im Zuge des letzten Programms wurden 15 Millionen Aktien im Gesamtwert von rund 24 Millionen Euro zurückgekauft. Viel „Free Float“ – also Aktien im Streubesitz – gebe es nicht mehr. „Es sind nur noch 7,5 Millionen von insgesamt 92 Millionen ausgegebenen Aktien. Der Rest gehört der Familie Eliasch sowie dem Unternehmen“, erklärt Hagspiel.

Der Markt wird um fünf bis zehn Prozent zurückgehen.

Günter Hagspiel

Kennzahlen

Head Jänner bis Juni 2014

» Umsatz: 136,9 Mill. Euro (+ 2 %)

» bereinigter Betriebsverlust: 8,1 Mill. Euro (8,8 Mill.)

» Konzernfehlbetrag: 8,9 Mill. Euro (9,6 Mill.)

» Nettoverschuldung: 88,1 Mill. Euro (54,7 Mill.)

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.