Ein Rekord auf 430 Kilometern

Markt / 26.05.2015 • 19:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Team der Fachhochschule Vorarlberg startete mit „Elena“ in der Kategorie Prototyp. Foto: Shell

Das Team der Fachhochschule Vorarlberg startete mit „Elena“ in der Kategorie Prototyp. Foto: Shell

Vorarlberger Studenten der FH Vorarlberg fuhren bei Eco-marathon bestes Österreich-Resultat aller Zeiten ein.

Rotterdam. (VN) 430 Kilometer Reichweite mit nur einem Liter Treibstoff bzw. einer Kilowattstunde Strom: Das ist das beeindruckende Ergebnis, das die Studierenden des Teams Elena der Fachhochschule Vorarlberg an diesem Wochenende beim weltweit größten Effizienzwettbewerb erzielen konnten. Das Team, das erstmals am Shell Eco-marathon teilnahm, fuhr das beste Resultat ein, das Österreicher jemals in der Kategorie für Prototypen mit Elektroantrieb erzielt haben.

„Sind überglücklich“

Teamleiter Simon Ladurner zeigt sich begeistert: „Wir sind überglücklich. Es halt alles gepasst. Keine Probleme mit der technischen Inspektion, alle vier Wertungsläufe geschafft und dabei kontinuierlich gesteigert.“ Das achtköpfige Team hat im berufsbegleitenden Masterstudiengang „Energietechnik- und Energiewirtschaft“ einen Elektroprototyp entwickelt und konstruiert.

Vor der Abreise zum Wettbewerb hatte sich das Team, das zum ersten Mal dabei war, noch bescheiden gegeben, nun blickt es positiv voran: „Das ist mehr, als wir uns jemals erhofft haben. Im kommenden Jahr ist die Fachhochschule auf jeden Fall wieder mit dabei. Das Ziel steht auch schon fest: Wir wollen es in die Top Ten schaffen“, erklärt Simon Ladurner. Gewinner der Kategorie mit insgesamt 51 Mannschaften ist übrigens das Team TUfast Eco aus München mit hochgerechnet 863 km Reichweite.

50.000 Besucher

Der Shell Eco-marathon bietet dem Konstrukteursnachwuchs eine Plattform, um die selbst entwickelten Fahrzeuge in der Praxis zu testen und sich dabei mit anderen Teams zu messen. Etwa 50.000 Besucher verfolgten am Wochenende die Effizienzfahrten und informierten sich zu Themen der Mobilität der Zukunft. Zum letzten Mal wurde der Wettbewerb in Rotterdam ausgetragen. Nach vier Jahren in der niederländischen Hafenstadt zieht der Shell Eco-marathon Europe 2016 weiter nach London.

Straßenauto oder Prototyp

Dabei wird in zwei Kategorien gefahren: In der „UrbanConcept“-Klasse müssen die Fahrzeuge prinzipiell für den Straßenverkehr geeignet sein, dagegen sind in der Klasse der „Prototypen“ der Konstruktion kaum Grenzen gesetzt. In beiden Kategorien gibt es zwei Hauptarten von Motoren: Verbrennungs- und Elektromotoren. Beim Verbrennungsmotor können die Teilnehmer zwischen Benzin, Diesel, Ethanol, synthetischem Diesel aus Erdgas (GTL) oder Erdgas (CNG) wählen, beim Elektromotor zwischen Batterie und Brennstoffzelle.

Die Reichweite zählt

Im Wettkampf müssen die Fahrzeuge zehn Runden à 1,6 Kilometer auf dem Parcours zurücklegen, um in die Wertung aufgenommen zu werden. Dabei dürfen sie nicht länger als 39 Minuten fahren. Die Durchschnittsgeschwindigkeit beträgt mindestens 25 km/h. Danach wird der Treibstoffverbrauch ermittelt und hochgerechnet, wie weit das Fahrzeug gekommen wäre, wenn es einen ganzen Liter Treibstoff oder eine Kilowattstunde Strom verbraucht hätte. Sieger ist das Team mit der weitesten Strecke.

Eingeladen zum Eco-marathon waren 230 Teams aus 30 Ländern Europas und Afrikas, darunter 20 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Wir sind überglücklich. Es halt alles gepasst. Das ist mehr, als wir uns erhofft haben.

Simon Ladurner