Hubert Rhomberg

Kommentar

Hubert Rhomberg

Konsequentes Management

12.10.2015 • 20:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Viele Unternehmen stehen aktuell vor großen Herausforderungen: Ihr Umfeld wird durch die Unsicherheiten in der Welt und im Markt immer schwieriger. Dazu kommen laufend zusätzlich „tolle“, neue Ideen aus der Verwaltung, der Politik und von Interessensgruppen. Wie in einem Traumland stolpern wir durch den Nebel, als ob die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes eine ewige Konstante wäre und die zunehmenden Insolvenzen und die steigende Arbeitslosigkeit nur ein externes Kurzfristproblem.

Die drohende finanzielle Kernschmelze, der Struktur- und Verwaltungswahnsinn, die Schuldenkrise und das damit verbundene „Erwachen“ aus dem Traum gesicherter Gesundheits- und Altersvorsorge werden ignoriert bzw. schöngeredet. Man will ja niemanden verunsichern oder die Situation gar verschlimmern. Viele belügen sich da gerne selbst.

Das Gefühl der Menschen lässt sich langfristig allerdings nicht überlisten. Konsequent wäre es daher, dem drohenden Untergang massiv gegenzusteuern, die Herausforderungen zu erkennen und die erforderlichen Schritte richtig zu managen – und zwar mit den richtigen Führungskräften. Hier bestehen berechtigte Zweifel.

Zusätzlich zu den Herausforderungen kommt nun die alles überlagernde Flüchtlingskrise. Wobei schon der Name „Krise“ falsch ist. Er beschreibt etwas Vorübergehendes. Wir wissen alle, dass die Flüchtlingsbewegung unsere gesamte Kultur und unser Zusammenleben verändern wird.

Ich denke, auch hier müssen wir konsequent sein. Im Sinne unserer Werte und im Sinne der Integration sollen diejenigen, die hier sind und bleiben dürfen, herzlich aufgenommen und rasch in die Gesellschaft eingegliedert werden. Wichtig ist aber auch, „null Toleranz“ hinsichtlich der Einhaltung unserer Werte zu pflegen – wenn uns diese wirklich etwas wert sind. Den Neuen helfen klare Regeln und Aussagen dazu. Gleichzeitig sollten unsere Verantwortlichen ein klares Bekenntnis zu unserer begrenzten Aufnahmefähigkeit und -bereitschaft ablegen und dieses auch in Abstimmung mit den europäischen Partnern umsetzen.

Kurz: Nach innen herzlich und damit auch verbindend, nach außen keine Einladungen mehr aussprechen. Das wird hart, da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Es ist aber bei der 10.000sten Familie genauso hart wie bei der 100.000sten oder der 1.000.000sten. Zu einem konsequenten Management gehört vor allem Kommunikation. Wir müssen also erklären, warum etwas umgesetzt wird und in welcher Form das geschieht.

Wir wissen alle, dass die Flüchtlingsbewegung unsere gesamte Kultur und unser Zusammenleben verändern wird.

markt@vorarlbergernachrichten.at
Hubert Rhomberg ist Baumeister und Geschäftsführer der Rhomberg Holding.