Lehrlinge sind die Meister von morgen

Markt / 23.10.2015 • 12:06 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Spaß kommt bei dm nicht zu kurz. Monika Lochner: „Ein Ausbilder sollte den Mittelweg finden zwischen Freiraum geben und Grenzen setzen.“  VN/Harti
Spaß kommt bei dm nicht zu kurz. Monika Lochner: „Ein Ausbilder sollte den Mittelweg finden zwischen Freiraum geben und Grenzen setzen.“ VN/Harti

Gut ausgebildete Lehrlinge sind die besten Imageträger für das Unternehmen.

Christine Mennel

Seit Ihre Filiale 2001 Lehrlinge ausbildet, sind Sie Ausbilderin. Ihr Traumberuf?

Lochner: Ich bin mir sicher, den richtigen Job zu haben. Ich kann mich in der Lehrlingsausbildung gut einbringen. Das bestätigen mir nicht nur die positiven Rückmeldungen „meiner“ Lehrlinge, sondern auch mehrere Auszeichnungen wie „ausgezeichneter Lehrbetrieb“, oder meine Auszeichnung zur zertifizierten Lehrlingsausbilderin. 2013 freuten wir uns über den Titel „Bester Arbeitgeber“.

Warum haben Sie diese Auszeichnungen Ihrer Meinung nach verdient?

Lochner: Ich arbeite zielorientiert und lege Wert darauf, dass Menschen sich entwickeln können und gerne zur Arbeit kommen. Sie bekommen Lob und Anerkennung. Ich lege Augenmerk auf meine Mitarbeiter, nehme auf private Umstände Rücksicht. Bei der Auswahl neuer Mitarbeiter gehe ich sehr bewusst vor und überlege genau, wen ich in unser Team hole.

Wie finden Sie Ihre Teamverstärker?

Lochner: dm startet jedes Jahr eine tolle Kampagne zur Lehrlingssuche. Ausbilder und Lehrlinge stellen jährlich im WIFI Jugendlichen die Berufe vor und Interessierte haben die Möglichkeit, die Berufe durch Schnuppertage kennenzulernen.

Wie wird ausgebildet?

Lochner: In Lustenau bilden wir Drogisten- und Friseurlehrlinge aus, es gibt aber auch Standorte, wo Kosmetiker und Fußpfleger ausgebildet werden. Durch die Vision „Talente 2020“ bieten wir Lerntage außerhalb der Filiale an, wie Drogisten,- und Trainingstage. Es gibt Lehrlingsworkshops mit sozialen Komponenten wie etwa die Begegnung mit Menschen mit Behinderung oder Theater-Workshops, usw.

Welche Erfahrungen haben Sie in Ihrer 14-jährigen Laufbahn mit den Jugendlichen gemacht?

Lochner: Es ist eine schöne, aber verantwortungsvolle Aufgabe, junge Menschen abzuholen und zu begleiten. Dadurch behält man den Zugang zur eigenen Jugendzeit. Es ist erstaunlich, wie man junge Menschen motivieren und begeistern kann.

Welche Voraussetzungen müssen für ein harmonisches Verhältnis gegeben sein?

Lochner: Man sollte sich immer bewusst sein, dass Lehrlinge keine Profis sind. Ein Ausbilder sollte den guten Mittelweg finden zwischen Freiraum geben und Grenzen setzen – und konsequent bleiben. Vieles erreicht man durch gute Vorbildwirkung, Fachkompetenz, Verständnis und Anerkennung. Mit der Zeit sollte man Zuständigkeiten schaffen und Verantwortung übergeben.

Was wünschen Sie sich von Ihren jungen Mitarbeitern?

Lochner: Interesse für den angestrebten Beruf und Freude am Umgang mit Menschen. Sie sollten sich aber auch den Öffnungszeiten im Handel bewusst sein. Mir ist wichtig, dass Pflichten eingehalten werden, wie Schulbesuch, Pünktlichkeit, soziale Werte haben und diese auch leben.

Wie funktioniert Mitarbeiterbindung bei dm?

Lochner: Ich lebe meine Begeisterung für den Beruf vor, ebenso Motivation und ausgeprägte Sozialkompetenz. Bei dm bekommen wir laufend interne und externe Weiterbildungsmöglichkeiten für die Lehrlingsausbildung und Mitarbeiterführung. Es gibt laufenden Austausch unter Ausbildungskollegen.

Was ist den Lehrlingen wichtig?

Lochner: Sie wollen gefördert werden und dort Unterstützung bekommen, wo es notwendig ist. Als Ausbilder sollte man sich Zeit für seine Lehrlinge nehmen und keine Vorurteile gegenüber den Lehrlingen in Bezug auf Nationalität, Aussehen und Leistung haben.

Zur Person

Monika Lochner

Ausbildung: Landwirtschaftsschule

Laufbahn: 1995 die Laufbahn bei dm gestartet

Jahrgang: 1960

Familie: verheiratet

Hobbys: Gartenarbeit, Langlaufen, Traktorfahren