Jeder zweite Euro für das Finanzamt

Markt / 19.11.2015 • 22:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Österreich hat sich im Vergleich der Steuer­standorte weiter verschlechtert.

Wien. (VN) Der Vergleich bringt es an den Tag und belegt mit nackten Zahlen, dass die Klagen der Wirtschaft einen realen Hintergrund haben. Die österreichischen Unternehmen liefern aktuell mehr als jeden zweiten verdienten Euro an den Fiskus ab. Obwohl das Hochsteuerland diesbezüglich ohnehin schon zu den unattraktivsten 20 Prozent der Welt gehört, ist es im internationalen Vergleich gegenüber dem Vorjahr von Platz 72 auf 74 noch weiter abgerutscht, geht aus einer aktuellen Studie von Weltbank und PwC hervor. Nur dank der bei der Gesamtbewertung der Steuerstandorte (neben der Steuerquote) ebenfalls berücksichtigten Faktoren „Zeitaufwand für die Steuererklärung“ und „Zahl der Steuerzahlungen pro Jahr“ bewegt sich Österreich noch in der Nähe des oberen Drittels der weltweit 189 verglichenen Länder.

Mit einer Gesamtsteuerbelastung von 51,7 Prozent fordert die Finanz hierzulande einen gleich hohen Anteil des Unternehmensgewinns ein wie beispielsweise in Mexiko bzw. bürdet eine ähnliche Last auf wie in Japan (51,3 Prozent), der Slowakei (51,2 Prozent), in Tschechien (50,4 Prozent), Spanien (50,0 Prozent) oder Griechenland (49,6 Prozent). Ärger belastet als in Österreich werden die Betriebe innerhalb der EU nur in Belgien (58,4 Prozent), Frankreich (62,7 Prozent) und Italien (64,8 Prozent), wie aus der Erhebung „Paying Taxes 2016“ hervorgeht, die gestern, Donnerstag, veröffentlicht wurde.

Wesentlich günstiger wirtschaften als in Österreich können Betriebe in Kroatien (20 Prozent), Luxemburg (20,1 Prozent), Zypern (24,4 Prozent), Dänemark (24,5 Prozent), Irland (25,9 Prozent), Bulgarien (27 Prozent) und der Schweiz (28,8 Prozent).

Besser als der Durchschnitt ist Österreich dafür beim Zeitaufwand für die Steuererklärung, der für KMU bei rund 166 Stunden liegt, weltweit aber bei durchschnittlich 261 Stunden.