Richtig helfen
Was war das für ein Herbst. Die Repräsentanten der Republik überschlugen sich in Sachen Willkommen. Vom Bundeskanzler abwärts drängten sich alle an den Grenzstellen, um die Flüchtlinge in unserem Land willkommen zu heißen. Wir wunderten uns allesamt über das, was als Willkommenskultur besonders in Deutschland, aber auch in unserem Land, in den Wortschatz einging.
Die Willkommenskultur ist inzwischen ins Gegenteil umgeschlagen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht neue Ideen auftauchen, wie man die Asylsuchenden, die im Land sind, vergrämen könnte oder sie überhaupt nach ungarischem Vorbild davon abhält, zu kommen. Die Bevölkerung ist zwar größtenteils nach wie vor der Meinung, dass den Menschen geholfen werden muss, doch der Prozentsatz hat sich verschoben.
Das hat natürlich Gründe. Zum Beispiel fehlt der differenzierte Blick auf die Situation, die auch in einem Land mit hohem Wohlstand für Angst und manchmal Ärger sorgt. Es war und ist falsch, dieses Problem nur schwarz-weiß zu betrachten. Es kann auch nicht gutgehen, wenn die sogenannten Gutmenschen ein Meinungs- und vor allem Betreuungsmonopol installieren. Ein krasses Beispiel, wie österreichische Helfer alles dazutun, die Solidarität mit den Asylsuchenden zu unterhölen, nennt nun der Salzburger Hotelier Sepp Schellhorn, der zusammen mit seinem Lecher Kollegen Gregor Hoch, von Anfang an Flüchtlingen Unterkunft, Schulung und Arbeit bot.
Er vermittelte einer Familie Unterkunft und Beschäftigung. 1900 Euro brutto verdiente der Mann als Hausmeister. Nun hat der Syrer keinen Job mehr, aber kriegt viel mehr Geld. Er schmiss den Job, nachdem ihm von einer Hilfsorganistion vorgerechnet wurde, dass er und seine Familie weit mehr Geld bekommen, wenn er die Mindestsicherung und zusätzliche Unterstützungen in Anspruch nimmt: 36.000 Euro jährlich – ohne zu arbeiten. Das ist nicht nur falsch verstandene Nächstenliebe, das ist ein praktischer Beitrag zum steigenden Unmut in der Bevölkerung.
Die Hilfsorganisationen haben eine Verantwortung, sowohl für die Flüchtlinge als auch für Einheimische. Integration gelingt nämlich nur, wenn die Flüchtlinge auch vermittelt bekommen, welche Werte uns wichtig sind. Und zu diesen Werten gehört auch, dass Leistung sich lohnt, dass man die Möglichkeit hat, sich durch Arbeit zu etablieren. Das wäre ein besserer Dienst für die Schutzbedürftigen, als sie in Sozialprogrammen unterzubringen. Schon gar nicht, wenn sie das nicht brauchen.
Integration gelingt nur, wenn die Flüchtlinge vermittelt bekommen, welche Werte uns wichtig sind.
andreas.scalet@vorarlbergernachrichten.at, 05572/501-862
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