Jeder Haushalt gibt im Jahr 46.900 Euro aus

Markt / 26.07.2016 • 19:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Ausgaben von privaten Haushalten in Österreich gestiegen. Wohnen größter Bereich.

Wien. (VN) Die Konsumausgaben und Investitionen der österreichischen Privathaushalte sind 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 1,6 Prozent auf 179,1 Milliarden Euro gestiegen. Ausschlaggebend für die Steigerung ist aber nicht, dass die einzelnen Haushalte mehr ausgegeben haben, sondern dass ihre Anzahl um 1,3 Prozent gestiegen ist. Umgerechnet hat jeder einzelne Haushalt im vergangenen Jahr 46.900 Euro ausgegeben, dieser Wert liegt nur um 0,3 Prozent höher als im Vorjahr, berichtet Andreas Kreutzer von „Kreutzer Fischer & Partner“. Mehrausgaben flossen vor allem in kurzfristige Anschaffungen wie Kleider, Urlaubsreisen oder Gastronomie. Bei längerfristigen Investitionen waren die Österreicher hingegen eher zurückhaltend. Grund dafür ist vor allem die ungewisse wirtschaftliche Lage. „Die Österreicher wissen nicht, wie es in der Zukunft weitergeht“, sagt Kreutzer.

Den mit Abstand größten Ausgabenblock stellte erneut der Bereich „Bauen und Wohnen“ mit 49,1 Mrd. Euro oder 27,4 Prozent der Gesamtausgaben, was einem Anstieg um 1,7 Prozent entspricht. Ausschlaggebend waren dabei insbesondere die gestiegenen Miet- und Betriebskosten sowie der florierende Neubau aufgrund der niedrigen Kreditraten.

Auf Platz zwei folgt die Gruppe „Freizeit und Urlaub“ mit 28,4 Milliarden Euro (plus 3,4 Prozent). Bei den institutionalisierten Einkäufen (26,6 Mrd. Euro) wie Lebensmittel und Drogeriewaren setzte sich ein Trend fort: Die Österreicher kochen immer weniger zuhause. Zwar zahlten die Österreicher generell 1,3 Prozent mehr für diese Gebrauchsgüter, doch waren dafür vor allem die gestiegenen Preise verantwortlich. Große Gewinner sind die Gastronomie (plus 3,3 Prozent) und mit plus 7,6 Prozent das sogenannte Home Meal Replacement, bei dem Mahlzeiten entweder geliefert oder vom Restaurant abgeholt werden.

In die Mobilität flossen mit 20,5 Milliarden 11,4 Prozent der Gesamtausgaben, was einem Minus von 2,7 Prozent entspricht. Grund für den Rückgang waren insbesondere die billigen Mineralölpreise. Durch diesen Preisverfall wurden 835 Millionen Euro an Kaufkraft freigegeben, wovon wiederum Gastronomie, Freizeitwirtschaft und Modeindustrie überproportional profitierten.

Weitere 16,6 Milliarden Euro waren den Österreichern persönliche Gebrauchsgegenstände und Dienstleistungen wie Bekleidung und Friseur wert. 12,6 Milliarden Euro flossen in Kreditrückzahlungen sowie „sonstigen Finanzaufwand“ wie Kontogebühren, Strafen oder Spenden. 

Erotik schlägt Weiterbildung

Ein genauer Blick in den Branchenindex liefert auch kuriose Details: So wurde beispielsweise deutlich mehr für Erotikartikel (178 Mill. Euro) ausgegeben als für berufliche Weiterbildung (133 Mill. Euro). Die Investition für Tote (Begräbniskosten, Friedhofsgebühr, Grabpflege) überstieg mit 814 Millionen deutlich jene für Bildung für Nachwuchs.