Neuer Hypo-Chef steht vor großen Aufgaben
Am Mittwochabend soll neuer Hypo-Chef feststehen. Die Erwartungen sind groß.
Bregenz. (VN-sca) Die Stelle des Vorstandsvorsitzenden der Hypothekenbank des Landes Vorarlberg ist für zahlreiche Banker attraktiv. Ein Ausschuss unter Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Jodok Simma hatte jedenfalls genug zu tun, potenzielle Kandidaten namhaft zu machen und schließlich fünf Banker intensiv zu interviewen, um nun am Mittwoch im Aufsichtsrat die zwei Favoriten für die Nachfolge von Michael Grahammer in einem Hearing zu präsentieren.
Kontinuität gefragt
Grahammer hat im Zuge der Verwerfungen um die Offshore-Geschäfte, die in den „Panama-Papers“ dokumentiert wurden, seinen Rücktritt bekannt gegeben, bis Ende des Jahres steht er der Bank noch zur Verfügung. Seine Aufgabe wird es sein, den Nachfolger in die Hypo-Welt einzuführen, um Kontinuität zu gewährleisten. Ein Kandidat kommt aus dem Haus, der andere von außerhalb, er würde wohl mehr Betreuung durch Grahammer benötigen.
Wer das Hearing auch für sich entscheidet, er wird große Aufgaben zu lösen haben. Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser, Vertreter des Landes im Aufsichtsrat, erwartet sich die Fortsetzung des erfolgreichen Weges der Bank: 2015 war mit einem Konzernergebnis von knapp 93 Millionen Euro eines der besten Jahre für die Bank. Und das trotz Franken-Schock und Heta-Moratorium. An das Land Vorarlberg überwies die Hypo 50 Millionen Euro. Dabei soll es bleiben. Auch, wenn Offshore-Geschäfte künftig tabu sein werden.
Der Untersuchungsausschuss zu den Offshore-Geschäften wird bis März 2017 tagen und damit auch den künftigen Vorstand tangieren. Derzeit müht sich eine Arbeitsgruppe, die Vorgaben der Politik in Sachen Offshore zu erfüllen, ohne dass das Geschäft leiden soll. Rüdisser: „Die Hypobank soll eine Universalbank bleiben, die die Vorarlberger Firmen im Export begleitet. Auch wenn sie in der Schweiz, Liechtenstein oder Panama Geschäfte machen. Diese Geschäfte sollten nicht der Steuerumgehung dienen, sondern eine reale Basis haben“, stellt sich der Wirtschaftslandesrat vor und auch die baden-württembergischen Mitbesitzer (siehe Factbox) sehen das so, denn auch sie wurden im Zuge der Panama-Enthüllungen ordentlich gebeutelt.
Schließlich läuft aktuell auch noch ein Prozess zur Schärfung der Marke. Der international anerkannte Markenexperte Klaus-Dieter Koch wurde dafür engagiert. Er soll eine Strategie entwickeln, die sowohl Kunden als auch Mitarbeitern und der Öffentlichkeit die Vorzüge der Landesbank Vorarlberg vor Augen führt. An eine Namensänderung sei vorderhand nicht gedacht, so ein Bank-Insider. Sehr wohl könnte es aber zu einer Veränderung des Erscheinungsbildes kommen.
Die Entscheider
Der Aufsichtsrat der Landeshypothekenbank wird am Mittwoch über die neue Führungsperson der Bank entscheiden:
Jodok Simma, Aufsichtsratsvorsitzender, ehemaliger Vorstandsvorsitzender Hypo, verschiedene Aufsichtsrat- und Stiftungsmandate
Alfred Geismayr, Stv. des Vorsitzenden, Vbg. Vertreter im ORF-Stiftungsrat, Geschäftsfüjhrer (u. a.) RTG Dr. Rümmele Treuhand GmbH
Friedrich Amann, Mitglied, ehemaliger FPÖ-Politiker und stv. Präsident der Wirtschaftskammer Österreich
Astrid Bischof, Mitglied, Unternehmerin, Bischof Transporte, Mitglied
Albert Büchele, Mitglied, Landwirt
Karl Fenkart, Mitglied, Leiter der Vermögensverwaltung des Landes
Michael Horn, Mitglied, Vorstand der Landesbank Baden-Württemberg
Bernhard Köb, Mitglied, vom Betriebsrat der Hypo delegiert
Elmar Köck, Mitglied, vom Betriebsrat der Hypo delegiert
Gerhard Köhle, Mitglied, vom Betriebsrat der Hypo delegiert
Veronika Moosbrugger, Mitglied, vom Betriebsrat der Hypo delegiert
Peter Niksic, Mitglied, vom Betriebsrat der Hypo delegiert
Karlheinz Rüdisser, Mitglied, Landesstatthalter
Nicolas Stieger, Mitglied, Anwalt
Ulrich Theileis, Mitglied, Vorstand der L-Bank (Staatsbank Baden-Württemberg)