Zulieferer wollen Millionen

21.08.2016 • 17:26 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Zulieferstreit führt zu einem Produktionsstopp. Foto: AFP
Der Zulieferstreit führt zu einem Produktionsstopp. Foto: AFP

Volkswagen hofft im Lieferstreit auf Verhandlungslösung. Golf-Produktion steht still.

Wolfsburg. Im Streit mit zwei Zulieferfirmen setzt VW auf eine Verhandlungslösung. Es bestehe der „Wunsch, ein Ergebnis auf dem Verhandlungswege zu erreichen“, so ein Volkswagen-Sprecher. Die jüngsten Gespräche mit den Firmen dauerten bis in die Nacht zum Samstag hinein. Dann sei „im Einvernehmen“ eine Vertagung bis Montag beschlossen worden. Gleichwohl werde auch der Rechtsweg weiter verfolgt.

Die in Sachsen ansässigen Firmen Car Trim und ES Automobilguss haben die Lieferung von Sitzbezügen und Getriebeteilen an VW ausgesetzt. Obwohl eine einstweilige Verfügung des Braunschweiger Landgerichts die Firmen dazu verpflichtet hat, ihre vertraglichen Leistungen zu erfüllen, gibt es weiterhin keinen Nachschub. Hintergrund des Streits ist Berichten zufolge die Kündigung einer Entwicklungskooperation durch Volkswagen mit Car Trim. Insgesamt gehe es um 58 Millionen Euro. Der Volkswagen-Sprecher nannte keine Details, bezeichnete die Forderungen der Zulieferer aber als „absolut nicht akzeptabel“.

20.000 Mitarbeiter betroffen

Das Fehlen der Sitzbezüge hat im VW-Werk Emden, wo der Passat gebaut wird, bereits zu Kurzarbeit geführt. Die fehlenden Getriebeteile führen indes zu einer Kettenreaktion: Weil Volkswagen dadurch in Kassel Getriebe nicht fertigbauen kann, wird am Montag die Produktion des Golfs im Stammwerk Wolfsburg ausgesetzt. Der Produktionsstopp dauert die ganze Woche. Auch in Zwickau ruht die Golf-Produktion. Außerdem stocken bestimmte Arbeiten an Autokomponenten in Braunschweig und Salzgitter. Insgesamt seien über 20.000 VW-Mitarbeiter betroffen, die nicht so arbeiten können wie normal.