„Himmel wäre schwarz vor lauter Drohnen“

Markt / 02.10.2016 • 19:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Peter Umundum, Paket- und Logistikchef der Post, mit dem Erfolgsmodell „Empfangsbox“.  Foto: Stiplovsek
Peter Umundum, Paket- und Logistikchef der Post, mit dem Erfolgsmodell „Empfangsbox“.  Foto: Stiplovsek

Immer weniger Briefpost, dafür boomt das Paketgeschäft der Post AG, auch in Vorarlberg.

Wolfurt. (VN-sca) Die Mitarbeiter des Paket-Logistikzentrums der Post AG in Wolfurt hatten diese Woche Grund zur Freude. Peter Umundum, der für die Sparte „Paket und Logistik“ zuständige Vorstand des ehemaligen Staatsbetriebs, der nun als börsennotiertes Unternehmen im rauen Wind des Wettbewerbs steht, zeichnete die Vorarlberger Mitarbeiter für ihre Effizienz und Qualität aus. „Was mir in Wolfurt immer auffällt, ist, wie ordentlich es aufgeräumt ist.“

50.000 Pakete

Für Niederlassungsleiter Dietmar Posch ist das freilich eine Selbstverständlichkeit, denn nur so laufe der Betrieb friktionsfrei. Und das  muss er auch. Bei einer durchschnittlichen Verteilmenge von 50.000 Paketen am Tag (in der Weihnachtszeit bis zu 80.000) kann Sand im Getriebe die Logistik empfindlich stören, und das soll nicht vorkommen, da man sich auf noch mehr Arbeit einstellt. 

„Das Paketgeschäft ist weiter im Steigen begriffen“, sagt Umundum im Gespräch mit den VN. Die Post ist in diesem harten Geschäft nach wie vor und mit großem Abstand Marktführer (51 Prozent) vor der internationalen Konkurrenz DPD und GLS. Geschenkt wird dem Marktführer nichts. Die Mengen werden mehr, aber auch der Transport und die Kunden verlangen, dass die Zustellung immer schneller wird. „Same Day Delivery“ sei ebenso ein Thema wie Kofferraumzustellungen. „Das ist besonders für Geschäftskunden interessant. Wir legen dabei zum Beispiel einem Installateur benötigte Teile ins Auto und informieren ihn direkt auf der Baustelle.“

Innovation im Kampf um Stunden und Minuten ist ein Muss im Geschäft mit den Päckle. Doch Drohnen will die Post nicht wirklich einsetzen. „Das ist ein Marketinggag der Konkurrenz“, ist man sich sicher. „Stellen Sie sich das bei den umgeschlagenen Mengen vor. Der Himmel wäre schwarz vor lauter Drohnen“, malt Umundum ein düsteres Bild dieser Vision. Allenfalls für ganz wichtige Dinge, etwa dringend benötigte Arzneimittel, sei das ein Thema.

Die Post wartet mit anderen News auf. Ab 2017 gibt es beispielsweise die Produktgruppe „Päckchen“, die in zwei Größen angeboten wird und über eine Sendungsverfolgung verfügt. Die „Päckchen“ haben zwei Vorteile: Sie sind günstig und passen in eine Hauspostanlage. Die Empfangsboxen haben sich bereits bewährt, so Umundum. Sie sind dank Öffnungs- und Schließ-Know-how der Vorarlberger Firma Gantner sicher und wurden von den Kunden angenommen, nun sind auch Empfangsboxen an der Haustür in Planung. Für das zu erwartende Geschäft mit Lebensmittellieferungen, die bisher nur in Ballungsräumen druchgeführt wurden, hat die Post bereits ganz famose Boxen entwickelt, die das empfindliche Gut kühlhalten. Zudem werden auch noch die Zustellzyklen optimiert.

Paketpost in Zahlen

Logistikzentrum Wolfurt

» Sendungen 2015:
12 Millionen Pakete

» Verteilmenge täglich: 50.000

» Sortierleistung in der Stunde: 6000

» Mitarbeiter in Wolfurt:
125 (45 in der Zustellung)

Post in Österreich

» Sendungen im Jahr:
320 Millionen Pakete

» Mitarbeiter: 23.500

» Umsatz 2015: 2,4019 Mrd. Euro