Die „rechte Hand“ des Standorts

18.04.2017 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Heuer und im kommenden Jahr prägt auch die Mitarbeit an der Digitalen Agenda das Arbeitsprogramm der Wisto. Foto: Wisto
Heuer und im kommenden Jahr prägt auch die Mitarbeit an der Digitalen Agenda das Arbeitsprogramm der Wisto. Foto: Wisto

Wisto unterstützt Unternehmen bei Forschung und Wachstum. Heuer steht Digitalisierung im Fokus.

Bregenz. (VN-reh) Die Wisto (Wirtschaft-Standort Vorarlberg) hat sich in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Mitte der 90er-Jahre als klassische Betriebsansiedelungsgesellschaft gegründet, machen Geschäftsführer Joachim Heinzl und sein Team heute bedeutend mehr als das. „Die Wisto macht die Standortpolitik noch besser, als sie ohnehin schon ist. Denn eines ist sicher: Die Innovation von heute bildet die Arbeitskräfte von morgen“, sagt Landeshauptmann Markus Wallner. Und so betreut die Wisto nicht nur Unternehmen kostenlos bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten, bei Patentrecherchen oder hilft bei Betriebsansiedelungen, sondern wirbt auch im Ausland um begehrte Fachkräfte.

Für heuer steht das Thema Digitalisierung im Arbeitsprogramm. „Diese beinhaltet eine Vielzahl an Technologien – vom Internet der Dinge bis zu künstlicher Intelligenz. Uns geht es darum, den Unternehmen die richtigen Technologien zur Verfügung zu stellen, die Infrastruktur und vor allem auch das Humankapital“, erklärt Wisto-Geschäftsführer Joachim Heinzl.

Neue Forschungszentren

Zudem sind gerade zwei neue überbetriebliche Kompetenzzentren im Entstehen, die für die heimischen Unternehmen Leistungen im Bereich Forschung und Entwicklung erbringen. Denn die Forschungsquote in den Vorarlberger Betrieben ist zwar sehr gut, nicht so aber im öffentlichen Bereich. So forscht das „Textile Competence Center Vorarlberg“ ab 1. Juli an der Entwicklung textilbasierter Verbundstoffe, sensorgestützter Textilien und textiler Hochleistungsmaterialien. V-Research beschäftigt sich mit der Digitalisierung von Prozessen sowie der Automatisierung von Konstruktionsaufgaben. Wie das in der Praxis wirkt, zeigt das Beispiel Liebherr-Werk Nenzing. Dort reduzieren die Automatisierungstechnologien von V-Research die Konstruktionsaufwendungen um bis zu 30 Prozent.

30-Millionen-Coup

Die Wisto, die von Land, Wirtschaftskammer und Hypobank getragen wird, unterstützt Firmen auch bei der Beantragung von Fördermitteln. Um Betriebsansiedelungen wird indes nicht aktiv geworben, sondern „man betreut Kunden erst dann, wenn sie sich für den Standort Vorarlberg interessieren“, erklärt Landesstatthalter
und Wisto-Aufsichtsratsvorsitzender Karlheinz Rüdisser. „Der letzte große Coup war Rentschler Fill Solutions. Das Pharmaunternehmen investiert in Rankweil 30 Millionen Euro. Wieso sich das Unternehmen in deutschem Besitz in Vorarlberg niederlässt? Für Gesellschafter Nikolaus F. Rentschler sind es der stark wachsende Markt, zuverlässige Partner und motivierte Mitarbeiter.“

Rüdisser ist jedenfalls stolz auf die Standortgesellschaft. „Die Wisto ist nicht immer außerhalb von Kritik gestanden, aber sie hat bewiesen, dass sie ein wichtiges Element im wirtschaftspolitischen Gefüge des Landes ist.“

Die Digitale Agenda soll bis Ende des Jahres fixiert sein.

Joachim Heinzl, GF Wisto