“Zufallsbürger” als Meinungsbildner

Markt / 01.06.2017 • 19:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Am Ibet-Podium zum Thema Partizipation: (v. l.) Frank Brettschneider, Manfred Hellrigl, Jörg Zimmermann und Sabine Volgger (wikopreventk).
Am Ibet-Podium zum Thema Partizipation: (v. l.) Frank Brettschneider, Manfred Hellrigl, Jörg Zimmermann und Sabine Volgger (wikopreventk).

„Der Spagat zwischen den Interessen“ war Thema der Ibet-Tagung in Bregenz.

Bregenz. (VN-sca) „Wie bringen wir den Wirtschaftsstandort und Lebensraum Vorarlberg unter einen Hut?“, fragten die Veranstalter des Ibet-Impulsforums, das sich mit brisanten regionalen Themen auseinandersetzt und deshalb heuer die Raumplanung ins Visier genommen hat. Rund 100 Teilnehmer – Klubobleute von Vorarlberger Parteien, Unternehmer, Freiberufler und Interessenvertreter – fanden sich zu der Veranstaltung ein, um die verschiedenen Aspekte zu betrachten.

Eingebracht wurden Erfahrungsberichte und Überlegungen unter anderem von Prof. Frank Brettschneider, dem Leiter des Instituts für Kommunikationswissenschaft an der Universität Hohenheim, von Ulrich Arndt, dem Leiter der Stabsstelle für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung in Baden-Württemberg, ebenso wie von Vision-Rheintal-Projektleiterin Sabina Danczul und Regionalentwicklungsfachmann Gerald Mathis (ISK Institut). Außerdem wurde bei zwei Podiumsdiskussionen über die Themen „Partizipation – Allheilmittel oder Irrweg?“ und „Planungsleitbild gesucht – Wohin entwickelt sich Vorarlberg?“ diskutiert. Wobei, das sei vorweggenommen, die Partizipation, also die Beteiligung der Bürger, grundsätzlich rundum gutgeheißen wurde, während sich beim Planungsleitbild doch Gegensätze zwischen dem Mäderer Bürgermeister Rainer Siegele als Sprecher der Initiative „vau hoch drei“ und IV-Vizepräsident Hubert Rhomberg und Wirtschaftslandesrat Karlheinz Rüdisser zeigten.

Doch entsprechend dem Bekenntnis zur Partizipation wurde bei der Tagung ein wichtiger Schritt getan: Durch Reden kommen nämlich die Leute zusammen. Manfred Hellrigl, Leiter des Büros für Zukunftsfragen, schilderte das Vorarlberger Modell der Bürgerbeteiligung, bei dem sogenannte „Zufallsbürger“ an der Meinungsbildung beteiligt sind. Ein Modell, das ihm auch deshalb behagt, weil es nicht darum geht, Befürworter und Gegner an den Tisch zu bringen, sondern darum, dass Menschen aus verschiedensten Bereichen zusammen Bedürfnisse und Wünsche für Projekte jedweder Art formulieren.

Partizipation, darin waren sich am Podium alle einig, werde in Zukunft noch wichtiger, und sei unbedingt notwendig, um Projekte zu einem guten Ende zu führen.