Feldkirch-Tosters statt Hongkong

14.02.2018 • 21:21 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Fundament für das Geschäftsfeld, das Hilti & Jehle in Hongkong errichten wollte (Bild), erwies sich als zuwenig tragfähig.Firma
Das Fundament für das Geschäftsfeld, das Hilti & Jehle in Hongkong errichten wollte (Bild), erwies sich als zuwenig tragfähig.Firma

Baufirma Hilti & Jehle mit Umsatzplus im Land, Rückzug aus China-Geschäft.

feldkirch Einen Versuch war es wert, doch die ursprünglich großen Pläne der traditionsreichen Feldkircher Baufirma für die im Mai 2014 gegründete Hilti & Jehle Construction Ltd. in Hongkong haben sich in Luft aufgelöst. Das Spezialtiefbauunternehmen habe die letzten Aufträge noch fertiggestellt und werde jetzt seine Tätigkeiten ruhend stellen. „Unser Engagement in Hongkong ist damit beendet“, so die beiden Hilti- & Jehle-Geschäftsführer Alexander Stroppa und Reinhard Moser bei dem ansonsten sehr erfreulichen Fazit für das Geschäftsjahr 2016/17.  

Das Ausland ist, so scheint es, auch sonst nicht der Boden, auf dem die Baufirmengruppe Hilti & Jehle sich wohlfühlen würde. Weniger zufriedenstellend als in Vorarlberg und Tirol sei auch das Geschäft in der Region Schweizer Rheintal bis St. Gallen verlaufen, wo Hilti & Jehle mit der Tochterfirma Köppel-Vogel aus Widnau am Markt auftritt. Hier boome die Bauwirtschaft nicht im gleichen Ausmaß wie in Vorarlberg.

Erfolg im Stammgeschäft

Die Baufirmengruppe Hilti & Jehle mit Hauptsitz in Feldkirch hat trotz der weniger zufriedenstellenden Ausflüge über die Grenzen des Stammmarktes 2016/17 reüssiert und eine Konzernbetriebsleistung von 104 Millionen Euro erzielt. Ein Plus von 13 Prozent, wie Stroppa und Moser vorrechnen. Dafür verantwortlich sei insbesondere die derzeit boomende Bauwirtschaft vor allem in Vorarlberg und Tirol. Maßgeblichen Anteil an der Konzernbetriebsleistung habe dabei die Hilti & Jehle GmbH, auf die etwa 95 Prozent der Betriebsleistung entfallen würde.

Nicht nur mit dem Gruppenumsatz, auch mit der Ertragssituation im Geschäftsjahr 2016/17 sind die beiden Geschäftsführer zufrieden. So belaufe sich das Verhältnis zwischen Konzernbetriebsleistung und Vorsteuerergebnis auf 4,9 Prozent, in absoluten Zahlen auf beinahe 5,2 Millionen Euro. Die Eigenkapitalrentabilität lag bei 22,8 Prozent. „Wir haben im Vorjahr mehrere große Aufträge abgewickelt. Das Geschäft lief über alle unsere Sparten hinweg gut“, so Stroppa und Moser. Allerdings genüge es nicht, nur auf die gute Konjunktur zu setzen. „Man muss auch immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort mit einem passenden Angebot sein.“

Für das laufende Geschäftsjahr 2017/18 und das Folgejahr erwartet man am Stammsitz  weitere Zuwächse. So habe Hilti & Jehle derzeit beim Erweiterungsbau der Vorarlberg Milch in Feldkirch einen der größten GU-Aufträge seit Bestehen des Unternehmens am Laufen. Das Auftragsvolumen liege hier bei etwa 15 Mill. Euro. Beim eigenen Projekt „Tosters am Platz“ mit 65 Wohneinheiten habe man Lebensmittelhändler Sutterlüty für den geplanten Standort gewinnen können. Dort liege das Investitionsvolumen bei etwa 20 Millionen Euro. Ebenfalls ein Großauftrag ist die Sanierung einer Brücke der Rheintalautobahn. Das Auftragsvolumen für eine ARGE (Hilti & Jehle, Strabag) liege bei etwa acht Mill. Euro.

Die Baufirma investiere jedes Jahr zwischen 2,5 und drei Millionen Euro in den Maschinenpark und hier insbesondere in Technologien zur Steigerung der Effizienz. Heuer setze man zum Beispiel neue Telematik-Anwendungen um. Dabei gehe es darum, dass die bis zu 250 Bagger, Walzen und Bohrgeräte automatisch an ein zentrales System melden, auf welcher Baustelle sie sich gerade befinden und wie lange sie in Betrieb sind.

Hilti & jehle-Fakten

Gegründet 1876

Geschäftsführung Alexander Stroppa, Reinhard Moser

Gesellschafter Helmut Hilti, Hilti Vermögensverwaltung

Umsatz 2016/17 104 Mill. Euro (+13%)

Investitionen 2018 2,5 Mill. Euro

Mitarbeiter 600, 40 Lehrlinge

Standorte Feldkirch, Götzis, Nenzing, Ried (Tirol) Widnau (CH).

Sparten Hoch- und Tiefbau, Straßenbau, Spezialtiefbau, Bauträger