Unter dem Radar

Markt / 28.03.2018 • 22:19 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
BTV-Chef Burtscher: „In der Vierländerregion ticken die Unternehmer gleich.“VN/RP
BTV-Chef Burtscher: „In der Vierländerregion ticken die Unternehmer gleich.“VN/RP

Bank für Tirol und Vorarlberg im Geschäftsjahr 2017 mit deutlichem Wachstum.

Innsbruck, Bregenz Die Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) tut sich nicht gerne hervor und das sei Absicht, sagt der Vorstandsvorsitzende der vor 113 Jahren gegründeten Bank, der Vorarlberger Gerhard Burtscher im Gespräch mit den VN. Das sei es nämlich, was die Kunden – zum größten Teil Unternehmen – vom Finanzinstitut erwarten, nämlich dass man unauffällig und zuverlässig, quasi „unter dem Radar“ seine Leistung erbringt“, weiß Burtscher, der die DNA der regional aufgestellten BTV nach über 30 Jahren verinnerlicht hat. Und er sieht sich bestätigt durch den Recommender Award. Der Preis würdigt die die Weiterempfehlungsrate durch Kunden.

Voluminas gewachsen

Das Vertrauen der Kundschaft spiegelt sich in den Zahlen wider, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Die Bank konnte ihr Eigenkapital um 12,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf aktuell 1,37 Milliarden Euro steigern. Das harte Kernkapital stieg um 9,7 Prozent auf 1,07 Mrd. Euro, und auch die Kundengelder und Kredite (siehe Factbox) stiegen deutlich, genauso der Jahresüberschuss nach Steuern. Das sei keineswegs Selbstzweck, sagt Burtscher im Gespräch, es gehe dabei darum, den Kunden aus dem unternehmerischen Mittelstand ein guter Partner bei ihrem Wachstum zu sein. Die Bank hat sich in den vergangenen Jahren neben Vorarlberg und Tirol dort etabliert, „wo wir uns auskennen, wo die Mentalität ähnlich ist“, und eben dort, wo die Wirtschaft besonders dynamisch wächst – die bislang letzte neue Niederlassung eröffnete in Mannheim.

Investitionen in Vorarlberg

Mit 28 Standorten in Vorarlberg und Tirol, sieben Standorten in Baden-Würtemberg und Bayern, zwei Filialen in der Schweiz und der Repräsentanz in Wien sei man richtig aufgestellt. „Derzeit sind weder weitere Filialen noch Schließungen geplant“, so Burtscher. Investiert hat die BTV im vergangenen Jahr 30 Millionen Euro im Konzern (zu dem die Silvretta Montafon und ein weiteres Seilbahnunternehmen in Mayrhofen zählt), davon 29 Millionen in Vorarlberg. 14 für den neuen Standort in Dornbirn, 15 Millionen in der Silvretta Montafon.

Was dem Banker Sorgen macht, kennt man auch von seinen Kollegen. „Die Regularien nehmen weiter zu und sind in verschiedenen bereichen eindeutig und massiv übertrieben. Mühsam wird es, wenn wir unsere Kunden damit belasten, etwa wenn sie bis zu 15 Unterschriften für verschiedene Geschäftsvorgänge leisten müssen.“ Er höre zwar von Erleichterungen, davon dass „nicht jede Regel für jede Bank“ gelten soll, doch bisher seien die gesetzlichen Anforderungen nicht weniger geworden.

Burtscher rechnet damit, dass sich am Zinsniveau im Euroraum in absehbarer Zeit nichts ändern wird. Er rechnet aber auch damit, dass die gute Konjuktur weiter anhebt und die BTV gemeinsam mit der Kundschaft auch 2018 beflügelt. Er könne sich in seiner langen Karriere nicht daran erinnern, dass die Stimmung in der Wirtschaft so nachhaltig gut gewesen sei wie derzeit.

BTV Bilanz 2017

10,46 Mrd. Euro beträgt die Bilanzsumme 2017, ein Plus von 4,5 Prozent.

 

1,37 Mrd. Euro beträgt das Eigenkapital, um 148 Millionen Euro (+12,1 %) mehr als im Vorjahr.

 

2015 Mitarbeiter arbeiten im BTV-Konzern – eine Zunahme von 1,4 Prozent.