Die Aufpasser

Markt / 30.03.2018 • 18:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Vorarlberg-Standortleiter Peter Scherbaum und Schoellerbank-Vorstandsvorsitzender Franz Witt-Dörring in der VN-Redaktion.VN/Paulitsch
Vorarlberg-Standortleiter Peter Scherbaum und Schoellerbank-Vorstandsvorsitzender Franz Witt-Dörring in der VN-Redaktion.VN/Paulitsch

Schoellerbank steigert das verwaltete Kundenvermögen auf 11,64 Milliarden Euro.

Schwarzach „Die einzigartige Qualität zeigt sich auch darin, dass sie sich nicht nur bemüht, die Märkte der Welt, sondern jede einzelne Aktie zu analysieren und zu bewerten“, so begründet der „Elite Report“, dass er die Schoellerbank auf den ersten Platz der Vermögensverwalter aus dem deutschsprachigen Raum reiht. Sie sei ein Leuchtturm der Branche. Das britische „Global Banking & Finance“-Magazin zeichnete die Bank Austria-Tochter als „Best Bank für Asset Management Austria 2017“ aus. Viel Lob für die Privatbank, die aktuell 11,65 Milliarden Euro an Kundenvermögen verwaltet. Das sind um 390 Millionen Euro mehr als im Jahr 2016. Zugleich wurde 2017 das Volumen der Vermögensverwaltung auf 4,01 Milliarden Euro erhöht. „Es war ein erfreuliches Jahr“, sagt Vorstandsvorsitzender Franz Witt-Dörring im VN-Gespräch. In Anbetracht von Nullzinsen bedeute der Zuwachs, dass neue Kunden hinzukamen, bestehende Kunden Geld dazulegten, beziehungsweise dass die Performance auf Aktienseite gut war.

Erfolgreiches Jahr für Vorarlberg

Auch für Vorarlberg berichtet Standortleiter Peter Scherbaum von einem sehr guten Jahr. „Eckpfeiler sind nach wie vor die deutschen Kunden. Dabei kommt uns zugute, dass wir ein deutsches Steuerreporting bieten und mobil sind. Sprich zu den Kunden gehen“, sagt Scherbaum. Kunden, das sind vermögende Privatkunden, Unternehmer, insttutionelle Anleger oder Stiftungen. 18.000 sind es insgesamt in Österreich. Die Schoellerbank sei dabei die klassische Zweitbank, die die Verantwortung für das liquide Vermögen trägt. Deshalb spielen in der Beratung auch Themen wie die Nachfolge eine wichtige Rolle. Insgesamt, sagt Franz Witt-Dörring, sei die Wettbewerbssituation unter Privatbanken hoch. Der Wegfall der Zinsen habe das noch verstärkt. Am Markt gebe es aber einen Trend zur Konsolidierung. Die eine oder andere Adresse gebe es nicht mehr, andere Banken wurden übernommen und es kämen weniger neue aus dem Ausland nach Österreich.

Flächendeckend vertreten

Der Schoellerbank komme dabei zugute, dass sie mit zehn Standorten als einzige Privatbank flächendeckend im ganzen Land vertreten ist. „Der klassische Mitbewerber hingegen ist meist nur in Wien oder höchstenfalls in Wien und Salzburg vertreten.“ Zudem verfüge man im Haus über enormes Expertenwissen. Die Privatbank sieht sich dabei als Aufpasser für das Geld der Kunden. Das bedeute, vermögensvernichtende Fehler zu vermeiden. „Wir wissen nicht, wo der DAX in sechs Monaten steht, aber wir beobachten Stimmungen. Euphorie an den Märkten ist für uns ein Warnsignal, genauso wie es umgekehrt ein Kaufsignal ist“, so der Vorstandsvorsitzende.

Bei Aktien setzt man in der Privatbank ausschließlich auf Qualität. Spekulieren sei nicht ihr Ding. Auch nicht, um sich kurzfristig Vorteile zu schaffen. Insgesamt ist die Schoellerbank derzeit in den USA untergewichtet, in Asien hingegen übergewichtet. Bei den Anleihen beschäftigt natürlich die Zinssituation. Steigen diese an, hätte dies auch Auswirkungen auf Immobilieninvestments. Dann nämlich, so Witt-Dörring, wären Immobilien aus Investorensicht nicht mehr so interessant und es gäbe attraktivere Veranlagungsalternativen.

„Geht es den Kunden gut, geht es auch der Bank gut. Es war ein erfreuliches Jahr.“

Zahlen

Verwaltetes Kundenvermögen 2017 11,37 Milliarden Euro (+1 %), Stand Februar 2018: 11,65 Milliarden Euro

Volumen Vermögensverwaltung 4,01 Milliarden Euro (+6,96 %)

Standorte Österreich 10

Kunden 18.000