Nicht mehr unter Volldampf

Markt / 29.03.2019 • 20:44 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Bregenz Die US-Wirtschaft hat im letzten Quartal 2018 stärker zugelegt als erwartet. Zwischen Oktober und Dezember wuchs das BIP laut Angaben des US-Handelsministeriums mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,6 %. Damit legte die weltgrößte Volkswirtschaft im Gesamtjahr 2018 um 2,9 Prozent zu. Das von US-Präsident Donald Trump angestrebte Ziel von 3 Prozent wurde hingegen knapp verfehlt.

Von Rezession entfernt

Dabei konnte das US-BIP im vierten Quartal von einem steigenden persönlichen Verbrauch, höheren Ausrüstungsinvestitionen und anziehenden Lagerinvestitionen profitieren. Die Investitionen in Wohnbauten hingegen sowie in Nicht-Wohnbauten gingen etwas zurück. Auch das vom US-Präsidenten oft angesprochene Defizit im Außenhandel weitete sich etwas aus. Insgesamt zeigt jedoch das robuste Wachstum der privaten Inlandsnachfrage, dass die Wirtschaft von einer Rezession noch weit entfernt ist. Dies gilt umso mehr als die jüngst veröffentlichten Indikatoren eine leichte Aufhellung der Stimmung unter Verbrauchern anzeigen. Zwar dürften einige Faktoren, wie eine schwächere Weltkonjunktur und ein langanhaltender Regierungsstillstand, das Wachstum belastet haben, doch scheint die US-Wirtschaft diesen bisher erfolgreich getrotzt zu haben.

Anzeichen von Abschwächung

Einige Frühindikatoren signalisieren allerdings bereits erste Anzeichen einer Abschwächung. So hat die US-Industrie im Februar überraschend kräftig an Fahrt verloren. Der entsprechende ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe fiel auf 54,2 Punkte und damit auf den tiefsten Stand seit November 2016. Das Barometer signalisiert zwar weiter ein Plus, da es über der Wachstumsschwelle von 50 Punkten liegt. Allerdings legte das Neugeschäft langsamer zu als in vorherigen Monaten. Per Saldo zeigen die Zahlen, dass die US-Wirtschaft seit Ende des letzten Jahres an Schwung verloren hat. Dieser Trend dürfte sich verstetigen.

stefan.schmitt@hypovbg.at,

Stefan Schmitt, Leiter Wealth ­Management, Hypo Vorarlberg Bank