Initiative für überbetriebliche Lehrlinge in Vorarlberg erfolgreich

Markt / 10.04.2019 • 12:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In den Ausbildungszentren Hohenems und Rankweil gehört das Praktikum bei Firmen zum Programm für die Lehrlinge. WKV

Charta „Wir geben Zukunft“ für Lehrlinge aus ÜAZ wird in Vorarlberg besonders gut angenommen.

Wien, Schwarzach „Dilara macht einen Superjob bei uns“, freut sich der Geschäftsführer der Firma Technoplast, Daniel Zerlauth, über eine talentierte und engagierte Praktikantin, die nun von der Technoplast angestellt wurde und ab Herbst in einem regulären Lehrverhältnis beim Höchster Unternehmen arbeitet. Im vergangenen November initiierte Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck die Charta „Wir geben Zukunft“. Ziel der Charta ist es, dass möglichst viele Jugendliche, die in überbetrieblichen Ausbildungsbetrieben (ÜBA) ihre Fertigkeiten schulen, Praktika in „echten“ Betrieben machen und im Idealfall in ein reguläres Ausbildungsverhältnis in der Wirtschaft übernommen werden. Wenn alles klappt, eine echte Win-win-Situation, denn während die Jugendlichen einen Arbeitsplatz suchen, kämpfen die Firmen bekanntlich mit einem eklatanten Arbeitskräftemangel. Das sieht auch Zerlauth so, der allen anderen Firmen im Land dazu rät, diese Chance für die jungen Menschen und die Firma zu ergreifen. 227 Unternehmen österreichweit haben die Charta seither unterzeichnet, 297 ÜBA-Lehrlinge haben in den vergangenen Monaten ein Praktikum absolviert, wie Felix Lamezan-Salins vom Wirtschaftsministerium berichtet.

Chancen in Vorarlberg

In dieser ersten Bilanz zeigt sich ein signifikantes West-Ost-Gefälle. Von den 297 Lehrlingen, die bisher ein Praktikum in der Wirtschaft gemacht haben, tun das die meisten in Vorarlberg. Der Abstand zu den Firmen in anderen Bundesländern ist im wahrsten Sinne riesig. Mit 108 Praktikumsplätzen ist über ein Drittel aller Plätze in Vorarlberg vergeben worden. Auf Platz zwei folgt Niederösterreich mit 32 Plätzen und Wien mit sechs Plätzen. Die hohe Zahl an Praktika in Vorarlberg kommt nicht von ungefähr: „Wir haben das in Vorarlberg schon lange praktiziert“, so Armin Hotz, Geschäftsführer der Ausbildungszentren Hohenems und Rankweil. Die Vorarlberger Firmen sind da sehr offen. Das Praktikum aufgrund der Charta mündete in Vorarlberg in 34 Fällen in fixe Anstellungen. Nicht nur Technoplast hat eine Praktikantin übernommen, auch bei Etiketten Carini in Lustenau wird ein weiterer Praktikant nun zum Drucktechniker ausgebildet, und Elektro Obwegeser in Hohenems hat einen neuen Elektroinstallateur-Lehrling, um nur zwei Beispiele zu nennen. Österreichweit wurden seit dem Start der Aktion übrigens 45 Jugendliche in ein fixes Lehrverhältnis übernommen. Potenzial wäre noch vorhanden: 8400 Mädchen und Burschen sind österreichweit in ÜAZ beschäftigt. In Vorarlberg sind es 146 Mädchen und Burschen, die in den Ausbildungszentren Hohenems und Rankweil ausgebildet werden. Gesellschafter des Ausbildungszentrums Vorarlberg sind seit 2016 Arbeiter- und Wirtschaftskammer, initiiert wurde die überbetriebliche Ausbildung von der Lebenshilfe.

Ministerin Schramböck ist das besondere Engagement nicht verborgen geblieben. „Besonders erfreulich ist die gute Resonanz in Vorarlberg, dafür danke ich allen Unternehmen und den engagierten Personen in der Vermittlung der Lehrlinge“, freut sich die Politikerin über das Engagement der Betriebe im Land.

Charta „Wir geben Zukunft“

Anzahl der Unterzeichner 227 Firmen in ganz Österreich

Praktika Oktober 2018 bis Februar 2019 297 österreichweit, 108 in Vorarlberg, Niederösterreich auf Platz zwei mit 32 Praktikaplätzen

Übernommene Praktikanten 45 in Österreich, davon 32 in Vorarlberg

AFZ-Lehrlinge aktuell 146