„Dicke Bretter bohren“

Markt / 16.05.2019 • 19:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Vor knapp zehn Jahren sorgte Hubert Rhomberg international für Schlagzeilen.

BREGENZ Seine Ankündigung, durch Holz- und Systembau die Branche revolutionieren und eine „neue Art des Bauens einläuten“ zu wollen, stieß größtenteils auf Skepsis. „Ich war meiner Zeit voraus“, erinnert sich der Bau- und Ökopionier heute. „Vor allem preislich mussten wir mit dem Holz-Hybridsystem für Wohnhäuser und Gewerbebauten im wahrsten Sinne des Wortes ‚dicke Bretter‘ bohren.“ Zwar bewies Rhomberg schon 2011 mit dem LCT ONE in Dornbirn, dem weltweit ersten Holz-Hybrid-Hochhaus, sowie dem Illwerke Zentrum Montafon in Vandans nur ein knappes Jahr später, dass sich das Konzept wirtschaftlich darstellen ließ. Folgeaufträge kamen dennoch nur schleppend. „Inzwischen haben wir – um im Bild der ‚dicken Bretter‘ zu bleiben – den Durchbruch geschafft“, freut sich Rhomberg. Aktuell realisiert der Holzbaupionier etliche Projekte mit vorgefertigten Holzmodulen, die spannendsten sind dabei wohl in Wolfurt, in Erlangen bei Nürnberg sowie in Berlin. Der Auftrag in der deutschen Hauptstadt ist ein echtes Großprojekt: Innerhalb von nur 24 Monaten werden direkt am Berliner Südkreuz zwei sieben- bzw. achtstöckige Büro- und Geschäftsgebäude mit insgesamt 35 000 m2 Nutzfläche in Rhombergs patentierter Holz-Hybridbauweise errichtet. „Hier zeigen wir eindeutig, dass Holz als Baustoff bei großvolumigen Vorhaben auf dem Vormarsch ist und auch für größere Unternehmen immer attraktiver wird“, ist Hubert Rhomberg überzeugt.

Building Information Modeling

Ähnlich spektakulär ist das zweite Projekt: Für Siemens entstehen im fränkischen Erlangen vier Büro- und ein neues zentrales Empfangsgebäude mit sogar 80.000 m2, ebenfalls in Holz-Hybrid. Zudem wird der gesamte Prozess durch modellbasierte Arbeitsvorgänge (BIM – Building Information Modeling) unterstützt. „Unser langjährig aufgebautes Know-how macht sich bezahlt“, freut sich Rhomberg. Auf solchen Erfolgen ausruhen ist allerdings nicht seine Sache. Daher entsteht im Heimmarkt Vorarlberg, genauer in der Wolfurter Lerchenstraße, in diesen Tagen schon das nächste Innovationsprojekt: Erstmals werden dort zwei weitgehend identische Wohnhäuser errichtet und miteinander verglichen – eines in Holz und eines in Massivbauweise. Die Erkenntnisse aus dem Vergleich sollen entscheidend dazu beitragen, wirtschaftliches und ressourcenschonendes Bauen weiter voranzutreiben. Das Bauensemble in Berlin ist übrigens bereits langfristig an den Energiekonzern Vattenfall Europe vermietet, sämtliche Einheiten des Innovationsprojekts in Wolfurt waren innerhalb kürzester Zeit vergeben. Rhombergs Fazit: „Der Klimaschutz ist im Bau angekommen. Die Welt ist reif für die neue, nachhaltige und ressourcenschonende Art zu bauen!“ VD

„Klimaschutz ist in der Baubranche an­gekommen.“

Die Zukunft schon heute: Aktuelle Beispiele der Holzbau-Kompetenz von Rhomberg- Bau in Berlin, Erlangen und Wolfurt. RHOMBERG/SIEMENS
Die Zukunft schon heute: Aktuelle Beispiele der Holzbau-Kompetenz von Rhomberg- Bau in Berlin, Erlangen und Wolfurt. RHOMBERG/SIEMENS