UFAANG – vorerst ohne U

Markt / 17.05.2019 • 18:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Rankweil Eigentlich war doch alles wie gemalt: Mit dem Börsengang von Uber letzte Woche sollte ein neues Zeitalter an den Börsen eingeleitet werden, das „FAANG“-Synonym für die Highflyer-Techaktien von Facebook, Apple, Amazon, Netflix und Google wurde bereits um den Buchstaben „U“ erweitert – so jedenfalls, wenn es nach den Plänen der US-Investmentbank Morgan Stanley ging, welche im Vorfeld des Börsengangs für Uber Investoren suchte. Wie so oft im Leben kam aber alles anders: Die Uber-Aktie sackte am ersten Tag um 7,6 Prozent ab und auch in den Folgetagen gab der Kurs kräftig nach. Zwischenzeitlich notierte die Aktie unter 38 US-Dollar – ausgegeben wurde die Aktie zu 45 US-Dollar. Das Debakel ist perfekt, wenn man weiß, dass die Performance der Uber-Aktie die fünftschlechteste aller weltweiten Börsengänge mit einer Bewertung von über 10 Milliarden US-Dollar war – und dies nicht nur 2019, sondern aller Zeiten! Warum aber sind die Anleger plötzlich so skeptisch gegenüber dem Fahrdienstleister, der vor wenigen Monaten noch in den Himmel gelobt wurde? Viele Marktteilnehmer waren von den von Uber veröffentlichten Zahlen überrascht: Die angehäuften Verluste bis 2022 sollen sich auf bis zu 22 Milliarden US-Dollar summieren. Zwar werden oft Parallelen zu Amazon gezogen – welche beim Börsengang ebenfalls hohe Verluste schrieben – allerdings sind es dort zusammengerechnet bisher nur rund drei Milliarden US-Dollar, einen Verlust welchen Uber in zwei bis drei Quartalen erreicht. Darüber hinaus sind die Anleger auch skeptisch, dass insbesondere in ländlichen Gegenden selbstfahrende Uber-Taxis in naher Zukunft die Straßen unsicher machen – zu hoch erscheinen (noch) die technologischen Hürden. Die nahe Zukunft von Uber dürfte holprig bleiben. Allerdings darf man nicht vergessen, dass auch andere Tech-Unternehmen wie Facebook ein katastrophales Börsendebüt aufs Parkett gelegt haben, ehe die Aktien durch die Decke gingen. Die Formel für Uber ist einfach: Am Ende wird das schnellstmögliche Erreichen der Gewinnzone über das Wohl des Aktienkurses entscheiden.

patrick.schuchter@vvb.at,

Patrick Schuchter, Vermögensverwaltung Volksbank Vorarlberg