Leitsysteme für die Industrie: Rankweiler Unternehmen ist Branchenprimus

23.05.2019 • 16:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Produktionsleitsysteme von TIG  sind logisch aufgebaut und gewährleisten Effizienz.  FA/MAYER

TIG punktet mit Produktionssoftware für Automobil- und Kunststoffindustrie.

Rankweil „So viel wie notwendig, so wenig wie möglich.“ Ein Rankweiler Unternehmen sorgt für einen sparsamen Umgang mit Rohstoffen und Materialien in der Kunststoffindustrie und immer stärker in der Automotive-Branche. Und das seit 1994. TIG oder Technische Informationssysteme GmbH ist heute Branchenprimus in Sachen Qualitätssicherung und Produktionsoptimierung.

Standortbekenntnis

Kein Wunder, dass der Spezialist für MES (Manufacturing Execution System, auf Deutsch: Produktionsleitsystem) in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist, sind die Steuerungen doch das Maß der Dinge in der Branche. Der Ansturm am TIG-Stand bei Fachmessen in Europa, den USA und Asien war jedenfalls enorm, wie Geschäftsführer und Firmengründer Wolfgang Frohner berichtet. Das ist aber nicht nur Grund zur Freude, es bringt auch Probleme mit sich. Die Firma würde ihre Mitarbeiterzahl gerne von 60 auf 75 aufstocken: Wenn sie denn Fachleute fände, berichtet Frohner, der im Fachkräftemangel durchaus auch Gefahr für das weitere Wachstum sieht. TIG setzt beim Rekruting auf einen weiteren Standort in Wien, weil dort das Mitarbeiterpotenzial höher ist. Manche Aufgaben werden an Teams in anderen Ländern ausgelagert, die aber alle von Rankweil aus geführt werden. Das soll auch so bleiben, hält Frohner am Standort Vorarlberg auch weiterhin fest. Dieses Bekenntnis zahlt sich auch für den Tourismus aus. Erst kürzlich begrüßten die TIG-Mitarbeiter über 100 Kunden aus der ganzen Welt im Feldkircher Montforthaus zu einem Symposium zum Thema Digitalisierung.

„Unser Unternehmen und die Produkte sind das SAP der Produktionsleitsysteme.“

Wolfgang Frohner, CEO und Gründer TIG

Die Produktionsleitsysteme von TIG zeichnen sich laut Fachleuten durch ihre Bedienfreundlichkeit, ihre Zuverlässigkeit und den technischen Vorsprung aus, der es ermöglicht, jederzeit die Produktion zu steuern, zu kontrollieren und neu zu justieren, vor Ort und mit Tig to go auch über ein App. Die Steuerungen regeln nicht nur den Materialverbrauch, sie sind auch in der Ursachenforschung bei Zwischenfällen in der Produktion zuverlässige Informationsquellen. Und sie zeigen auch, wie viel Energie in die Produktion fließt. Mit Hard- und Software der Firma sind die Kunden buchstäblich mehr als einen TIG effizienter. Ständiger Service und regelmäßige Updates sind für die Rankweiler Hightechingenieure Usus. Mit ein Grund dafür, dass zum Beispiel sieben der zehn größten Autokonzerne auf die Steuerungsinstrumente aus Vorarlberg setzen. In der Kunststoffbranche sei man nicht nur Technologieführer, sondern auch unter den Top drei insgesamt.

Weichen für die Zukunft gestellt

Das Unternehmen, entstanden als Spinnoff im Jahr 1994 („mit großem finanziellen Risiko“, erinnert sich Frohner), ist seit 2016 Teil des oberösterreichischen Maschinenbaukonzerns Engel. Mit dem weltweit tätigen Maschinenbauer verbindet TIG eine jahrzehntelange Partnerschaft. Schon vor der Übernahme hat Engel die Steuerungstechnik an TIG ausgelagert. Für Frohner war der Verkauf ein logischer Schritt, um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, da sich in der Familie keine Nachfolge abgezeichnet hat. In der Branche sorgte das bei Engel-Mitbewerbern kurzfristig für Irritationen. Die seien inzwischen aber ausgeräumt und haben keine Auswirkungen auf die Beziehungen, berichtet Frohner.

TIG Informationssysteme

Gesellschafter Engel Austria GmbH (Anteil: 100 %)

Geschäftsführer Wolfgang Frohner

Gegründet 1994

Mitarbeiter 60 (15 Mitarbeiter werden gesucht)

Standorte Rankweil, Wien, New York (USA), Shenzhen (China) und Singapur

Durchschnittliches Wachstum 15 Prozent pro Jahr

Export Europa, Australien, Nordamerika, Südamerika, Asien