Sabrina Huber übernimmt im Transportunternehmen der Familie die Verantwortung

Markt / 03.06.2019 • 10:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Sabrina Huber will nicht alles selber machen, sondern setzt auf Teamwork. VN/PAULITSCH

Die Transportunternehmerin über die letzte Meile und Vorarlbergs Verkehrsinfrastruktur.

Hard Autonomes Fahren, E-Mobilität, eine überforderte Verkehrsinfrastruktur und der Klimawandel: Die Transportwirtschaft steht vor großen Zukunftsfragen, vor Veränderungen, deren Tragweite allenfalls erahnt werden können. In dieser herausfordernden Situation bereitet die Familie Huber den Generationenwechsel im Unternehmen vor. Es wäre nicht der erste. Die Firma Peter Huber Transport GmbH wurde 1988 gegegründet. Schon der Vater des Firmengründers war über 20 Jahre im Transportgewerbe unternehmerisch tätig, hauptsächlich im Baustellengeschäft. Sohn Peter Huber entschied sich für den Gütertransport und baute seither ein leistungsfähiges und flexibles Transportunternehmen auf.

„Finale Übergabephase“

Nun übernimmt Tochter Sabrina Huber, die seit 2008 im Familienbetrieb arbeitet, nachdem sie nach Absolvierung der Handelsakademie zwei Jahre in der Schweiz tätig war, die Verantwortung für den Betrieb und seine 25 Mitarbeiter. Sabrina Huber im Gespräch mit den VN: „Wir sind jetzt in der finalen Übergabephase. Wann es so weit ist, dass ich unser Unternehmen führe, entscheide ich.“ Dass sie sich auf eine Branche im Wandel einlässt, weiß sie. Bei Huber Transport beobachtet man nicht nur, die Firma geht die Herausforderungen aktiv an. „Wir achten bei unseren Aktivitäten immer auf Ressourcenschonung und Umweltschutz.“ Über 85 Prozent des Fuhrparks sind auf neuestem Euro 6-Standard, bei der Planung wird darauf geachtet, dass kein Kilometer unnötig gefahren wird.

Der Aktionsradius des Transportunternehmens beträgt zwischen 600 und 700 Kilometern. Hauptsächlich in Österreich, der nahen Schweiz und Süddeutschland sind die Fahrzeuge im Tageseinsatz unterwegs. Neben dem Transportgeschäft bietet Peter Huber Transport auch die komplette Zollabwicklung am Standort Hard an. Der Vorteil für die Kunden: Sie ersparen sich die langwierige Abwicklung am Zollamt und können auf die Expertise langjähriger Mitarbeiter setzen. Sabrina Huber legt Wert auf ein gutes Betriebsklima. Dass dieses Klima stimmt, zeigt die hohe Betriebstreue der Mitarbeiter. Wie die Hubers die Mitarbeiter schätzen, so wünscht sich Huber das auch umgekehrt. „Man sollte auch wertschätzen, dass ein Betrieb Arbeitsplätze und Sicherheit bietet“, so die junge Logistikmanagerin, die einen Wertewandel feststellt, der nicht ihrem Verständnis eines gegenseitig befruchtenden Arbeitsverhältnisses entspricht. Sie selbst ist derzeit auf der Suche nach einem Betriebsleiter für das in Hard ansässige Unternehmen. Einer der Vorteile, die große Mitbewerber nicht bieten können, und die Mitarbeitern wie Kunden zugute kommen: „Übersichtliche Struktur, keine Hierachien, große Flexibilität“, ihr Ziel sei es, nicht alles selbst zu machen: „Ich verlasse mich gerne auf unser Team, in dem jeder Verantwortung für seinen Bereich übernimmt.“

„Bester Wirtschaftsstandort“

Der Standort Vorarlberg ist für die engagierte Jungunternehmerin ungefähr der beste Wirtschaftsstandort der Welt. Dafür gibt es Gründe. Bodenständiges Denken ist für sie so ein Trumpf der Vorarlberger Wirtschaft, kurze Wege ein weiterer. Die Mentalität der Vorarlberger sei einer der Hauptgründe, dass die Wirtschaft floriere und dass es so tolle Betriebe im Land gebe. Über Branchengrenzen hinweg herrsche eine gute Zusammenarbeit, aber auch in der Fachgruppe der Vorarlberger Transportwirtschaft gebe es einen guten Zusammenhalt, berichtet sie. Doch wo viel Sonne ist, da gibt es auch Schatten, und der macht Huber tagtäglich Sorgen. „Die Verkehrsinfrastruktur stößt an ihre Grenzen“, stellt sie fest. Es brauche im Sinne der Bevölkerung und der Wirtschaft einen vernünftigen Ausbau der Verkehrswirtschaft. Sie verstehe den Ärger insbesondere der Lustenauer Bevölkerung über die Verkehrssituation im Ort. „Wir brauchen eine gute Anbindung in die Schweiz. Da muss eine Lösung her“, spricht sie Klartext. „Es herrscht akuter Handlungsbedarf, wir brauchen ein zukunftsfähiges Konzept“, so Huber, die durch die fehlende Leistungsfähigkeit des Straßennetzes auch Hemmnisse für die Vorarlberger Wirtschaft ortet. Dass der Lkw-Verkehr dereinst ganz vermieden werden kann, glaubt sie nicht. „Die letzte Meile“, also der Weg von anderen Transportmitteln zum Empfänger, werde fast immer auf der Straße erfolgen müssen.

Aufsichtsrätin seit 2016

Huber hat neben der Aufgabe im Familienunternehmen auch Erfahrung in der Finanzwirtschaft gesammelt. Seit 2016 ist sie Aufsichtsrätin der Raiffeisenbank Bodensee, die im vergangenen Jahr mit der Raiba Leiblachtal fusionierte. Gerade wurde ihr Mandat verlängert, berichtet sie über diese anspruchsvolle Aufgabe.

Sabrina Huber

Zur Person

geboren 25. August 1987

Ausbildung Handelsakademie, div. Fachausbildungen (auch für die Funktion als Aufsichtsrätin)

Laufbahn seit 2008 im Familienbetrieb

Zur Firma

gegründet 1988

Mitarbeiter 25

Bereiche Transport, Verzollungen, Waschcenter für Großfahrzeuge