„Enormer Rückschritt für Österreich“

Markt / 14.06.2019 • 22:29 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Jürgen Gunz: „Damit wird der Wettbewerb abgeschafft.“FA
Jürgen Gunz: „Damit wird der Wettbewerb abgeschafft.“FA

Vorarlberger Fahrdienstvermittler Holmi und Uber kritisieren Gesetzentwurf.

Dornbirn Der Vorarlberger Fahrdienstvermittler Holmi, der auch in Wien am Markt ist, und der internationale Mitbewerber Uber kritisieren die am Donnerstag von FPÖ, ÖVP und SPÖ im Natio­nalrat eingebrachte Novelle zur Zusammenlegung des Taxi- und Mietwagengewerbes scharf. „SPÖ, FPÖ und ÖVP wollen mit ihrem Gesetzesvorschlag flexible Preise für Mietwagenfahrten verbieten und somit den Wettbewerb zugunsten der alteingesessenen Taxifunkzentralen abschaffen. Das bedeutet einen enormen Rückschritt für Österreich“, begründet Holmi-Geschäftsführer Jürgen Gunz die Kritik. Ins gleiche Horn bläst Uber-Österreich-Chef Martin Essl. Mit der Gesetzesänderung würden flexible Preise bei Uber & Co. dann der Vergangenheit angehören. „Ein Komplettrückzug ist nicht ausgeschlossen“, droht der Uber-Österreich-Chef sogar. Und dürfte zumindest das Taxigewerbe, das seit dem Markteintritt von Uber immer wieder in Konflikt mit dem neuen Konkurrenten gerät, damit nicht schrecken.

„Die geplante Gesetzesnovelle bedeutet die Abschaffung des Mietwagengewerbes. Wenn das Gesetz mit September 2020 in Kraft tritt, würde es dramatische Folgen für die Mobilität in Wien haben“, so Essl. Man könne dann nicht mehr die Fahrdienstvermittlung UberX anbieten. Für Essl sind die Verhandlungen rund um das Einheitsgewerbe „intransparent und einseitig gelaufen“. Es sei „ein fragwürdiger Prozess“ gewesen, die Wirtschaftskammer habe nur den traditionellen Taxisektor vertreten und Mietwagenfirmen systematisch ausgeschlossen.

Der US-Fahrdienstvermittler warnt auch vor den Arbeitsmarktauswirkungen der Taxi/Mietwagen-Reform. Die Novelle mit fixen Preisen würde die Nachfrage drastisch reduzieren, erwarten Uber und der Geschäftsführer des Vorarlberger Start ups „Holmi“.