Lückenlose Zahnprothetik

14.06.2019 • 19:06 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Entwickelt und produziert werden von Amann Girrbach vollständige CAD/CAM-Systeme, die den gesamten Arbeitsablauf in einem Zahnlabor digital abdecken. Fa
Entwickelt und produziert werden von Amann Girrbach vollständige CAD/CAM-Systeme, die den gesamten Arbeitsablauf in einem Zahnlabor digital abdecken. Fa

Amann Girrbach gibt den Ton an bei digitalen Dentalsystemen.

Koblach Wachstum und Innovation prägen den Koblacher Dentaltechnik-Anbieter Amann Girrbach. 1972 von Dietmar Amann als Garagenfirma gegründet, gehört das 500 Mitarbeiter zählende Unternehmen heute technologisch zu den Top-drei-Anbietern digitaler Dentalprothetik weltweit. „Was ziemlich beachtlich ist, denn unsere Mitbewerber sind Weltkonzerne mit jeweils mehreren Tausend Mitarbeitern“, sagt Patrick Amann, Marketingleiter bei Amann Girrbach. „Was uns hervorhebt, sind die integrierte Komplett-Lösung und die Qualität.“ Seit die Dentalbranche um die Jahrtausendwende von der Digitalisierung erfasst wurde, widmen sich die Koblacher strategisch voll und ganz der digitalen Zahntechnik.

Entwickelt und produziert werden vollständige CAD/CAM-Systeme, die den gesamten Arbeitsablauf in einem Zahnlabor digital abdecken. Vom 3D-Scanner, der Gipsmodelle präzise und schnell scannt, über die Software zur digitalen Modellierung des Zahnersatzes bis zur effizienten Fräsmaschine, die Kronen, Brücken und Totalprothesen passgenau fertigt, sind alle Komponenten genau aufeinander abgestimmt. Inzwischen gibt es auch eine große Palette an Werkstoffen, mit denen ein Zahn restauriert werden kann, wie reine Keramiken, Kunststoffe, Hybride oder 3D-Harze. „Unsere Stärke ist das durchgängige Konzept, vom Equipment und dem dazugehörigen Material bis zum Know-how.“

Vollanbieter

Die Lösung aus einer Hand hat sich bestätigt. „Unsere Kunden bevorzugen ein System, das auch nach der Integration neuer Produktgenerationen oder automatischer Updates einwandfrei weiterläuft. Das wurde von vielen Anbietern, die sich z. B. nur auf Scanner oder Fräseinheiten spezialisierten, zu Beginn der Digitalisierung unterschätzt. Gemischte Systeme laufen jedoch weniger stabil.“ Zur hohen Akzeptanz bei Zahntechnikern trägt auch die intuitive Konstruktionssoftware bei, die sich am Arbeitsprozess des zahntechnischen Handwerks orientiert. „Die Benutzerfreundlichkeit, die konstante Funktion und der Full-Service sind Gründe, warum wir die letzten zehn Jahre so erfolgreich waren und uns zum Teil gegen die Großen durchsetzen konnten.“ Fast 9000 Komplett-Systeme stehen mittlerweile in über 90 Ländern weltweit in Europa, den USA und Asien. Im Fokusmarkt Amerika plant Amann Girrbach künftig am stärksten zu wachsen. „Südamerika etwa ist ein klassischer Ästhetik- bzw. der größte Implantat-Markt der Welt. Nirgendwo sonst werden mehr Zahnimplantate verkauft als in Brasilien.“ Auch der Mittlere Osten wird gut bedient. „Unser System ist nicht das günstigste, aber eines der hochwertigsten, deshalb sind wir in finanzkräftigen Märkten stark vertreten.“ In jenen Ländern, die schwer zu erschließen sind, werden strategische Partnerschaften eingegangen. Statt dort Eigenmarken aufzubauen, verkauft Ammann Girrbach sein technologisches Knowhow. 2007 kam der nächste wichtige strategische Schritt, als Amann Girrbach auch in die Materialproduktion einstieg, um selbst hochwertigstes Zirkonoxid zur Herstellung von Zirkonkeramiken anbieten zu können. Diese Hochleistungskeramik ist im Aussehen der natürlichen Zahnsubstanz sehr ähnlich „Zahnersatz aus Zirkonoxid ist letztlich im Mund des Patienten. Unser Qualitätsanspruch ist deshalb von der Produktion bis zur Auslieferung außerordentlich hoch. Jeder einzelne Zirkonoxid-Rohling wird genau geprüft.“ Dem Zukunftsthema 3D-Druck widmet sich das Unternehmen u.a. in Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen. „Hier dürfen wir noch einige Innovationen erwarten.“

Fusion

Amann Girrbach entstand 2004 aus der Fusion der damaligen Unternehmen Amann Dental Österreich mit seinem deutschen Vertriebspartner Girrbach Dental. Die zwei Unternehmen verband seit jeher eine enge Partnerschaft. „Girrbach verfügte schon früh über ein starkes Vertriebsnetz in Deutschland, wodurch der Markt schnell bedient werden konnte und wir rasch wuchsen. Darüber hinaus hat uns unser Partner das Feedback vom Markt gebracht und uns gesagt, was gebraucht wird.“ Durch die langjährige Konzentration auf den deutschen Markt ist Amann Girrbach in Österreich noch weniger bekannt. „Bei der Frage, wo die Firma ist, die zu den besten Zahnersatz-Anbietern der Welt zählt, würden die wenigsten sagen: ,Hier in Vorarlberg.‘“