Vorarlberger Heimatwerk stellt Verkaufsgeschäft ein

24.06.2019 • 17:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Vorarlberger Heimatwerk in der Bregenzer Montfortstraße kann nicht mehr rentabel geführt werden.VN/STEURER

Verein bleibt bestehen – Versorgung der Mitglieder gesichert.

Bregenz Die Analyse des Ist-Zustandes des Vorarlberger Heimatwerks, welche von der Kunsthistorkerin und ehemaligen Werkraum-Bregenzerwald-Geschäftsführerin Renate Breuß im vergangenen September im Auftrag der Kulturabteilung des Landes Vorarlberg durchgeführt und dem Vorstand des Heimatwerk-Vereins vorgelegt wurde, verhieß nichts Gutes. „Im jetztigen Sortiment sind die das Land und seine Regionen abbildenden Produkte nicht vertreten… Feines Vorarlberger Handwerk steht neben billigen und anonymen Massenprodukten.“ In dem Konzept, das den VN vorliegt, zählt sie weiter auf, was das Heimatwerk im Sortiment hat und was die Attraktivität des Geschäfts in der Bregenzer Montforstraße nicht unbedingt erhöht: „Spieluhren aus China, trendige Fertigdirndl, pseudobayerische Lederhosen.“ Eben all das, was man im Heimatwerk nicht haben will. Der Zuspruch bei Kunden sei entsprechend schwach.

Neues Leitbild kommt zu spät

Ein neues Leitbild und Unternehmensziel sollte dem Einhalt gebieten, „das Heimatwerk neu will zu einem zeitgemäßen Verständnis beitragen und seine Offenheit für Tradition und Regionales über die im Heimatwerk angebotenen Produkte zum Ausdruck bringen“. Eben das, was eigentlich schon Zweck des Vereins war, als er 1958 auf Initiative des Fremdenverkehrsverbandes aus der Taufe gehoben wurde. Die Marke Vorarlberg wird eben auch durch Produkte repräsentiert, doch davon ist nach 61 Jahren nichts mehr zu spüren.

So viel kann gesagt werden: Das neue Konzept kam zu spät. Am Montag gab der Verein, dem Landestrachtenverband, Landwirtschaftskammer, Landesmuseumsverein, Blasmusikverband, Gemeindeverband, Vorarlberg Tourismus und Stadtmarketing Bregenz angehören, das Aus für das Geschäft in Bregenz bekannt. „Die eingehende betriebswirtschaftliche Prüfung ergab, dass die Führung nicht rentabel ist. Deshalb wird es mit Ende Juli 2019 aufgelöst“, heißt es nüchtern. Der Verein Vorarlberger Heimatwerk bleibe weiterhin bestehen. Die Versorgung der Mitglieder mit Trachtenstoffen und Zubehör, ein wichtiger Teil der Vereinsarbeit, sei sichergestellt. Der Businessplan zeigte , dass eine betriebswirtschaftlich rentable Führung eines Verkaufsgeschäfts nicht möglich ist. „Wir müssen das Geschäft nach über sechzig Jahren Ende Juli leider schließen“, bedauert Vereinsobmann Hubert Ortner.

„Eine betriebswirtschaftlich rentable Führung des Geschäfts  ist nicht möglich.“

Hubert Ortner, Obmann Vorarlberger Heimatwerk

Der Verein Vorarlberger Heimatwerk bleibt bestehen. Neben der Versorgung der Mitglieder mit Trachtenstoffen und Zubehör soll er vor allem ideelle und beratende Aufgaben übernehmen. „Als Gründungsmitglied des Vereins ist uns wichtig, auch weiterhin qualitätsvolle und authentische Souvenirs sowie Give-Aways zur Verfügung zu haben. Das Heimatwerk könnte dazu den idealen Rahmen bieten“, ist Christian Schützinger, Geschäftsführer von Vorarlberg Tourismus, überzeugt.  Die Bewahrung des kulturellen Erbes sei auch ein Anliegen des Landes, wie Abteilungsleiter Winfried Nußbaummüller bestätigt: „In welcher Form, werden wir in den kommenden Monaten prüfen.“

Abschluss-Flohmarkt am 28. Juni von 9.30 bis 18 Uhr sowie am 29. Juni von 9.30 bis 16 Uhr im Geschäft in Bregenz.

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