4266 Chancen am Arbeitsmarkt

01.07.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit. 300 offene Lehrstellen.

Bregenz Erst vor Kurzem warnte der Geschäftsführer des Arbeitsmarktservice Vorarlberg, Bernhard Bereuter, dass die Situation am Arbeitsmarkt sich langsam wieder umdrehen könnte, dass wieder mit mehr Arbeitslosen zu rechnen ist. Im Mai stiegen die Zahlen in Vorarlberg minimal, im Juni nahm nun die Arbeitslosigkeit wieder ab. Um 1,7 Prozent gegenüber dem Juni 2018 auf derzeit 10.521, wenn man Arbeitslose und Teilnehmer von Schulungsmaßnahmen zusammenzählt. Gegenüber dem Vormonat Mai ging die Zahl der Arbeitssuchenden in Vorarlberg um 1229 zurück.

167.000 Arbeitsplätze

Gestiegen ist die Zahl der unselbstständig Beschäftigten insgesamt. 167.000 Menschen stehen derzeit im Land in Brot und Arbeit, das bedeutet konkret, dass im Jahresabstand 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden. Zählt man die 4266 derzeit offenen Stellen dazu, wurde die magische Grenze von 170.000 Arbeitsplätzen überschritten.

Bereuter spricht von einer „robusten wirtschaftlichen Entwicklung mit positivem Effekt auf den Arbeitsmarkt“, der trotz Abflachung der Konjunktur bislang sehr stabil ist. Aber natürlich gibt es arbeitssuchende Menschen, die auch am ausgetrockneten Markt mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. „Unsere Herausforderung liegt in der Vermittlung von Personen, die bereits über ein Jahr auf Jobsuche sind. In enger Zusammenarbeit mit den Vorarlberger Unternehmen wollen wir diese Personen verstärkt bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützen“, erklärt der Arbeitsmarktexperte und hat auch Anreize für Firmen. „Für die Einarbeitungszeit in den Unternehmen übernehmen wir einen Teil der Lohnkosten. So werden wir noch mehr Personen eine Chance auf einen Job in Vorarlberg bieten“, ist er überzeugt.

Einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit verzeichnete die Personengruppe der über 40- bis unter 50-Jährigen (-3,5%), gefolgt von der Altersgruppe der 25- bis unter 40-Jährigen mit  minus 30 bzw. minus einem Prozent. Bei Personen mit gesundheitlichen Vermittlungseinschränkungen gab es hingegen einen Zuwachs
von 56 (+2,3%). Die Gruppe der über 50-Jährigen ist auch deshalb so schwer vermittelbar, weil 47,9 Prozent der vorgemerkten Arbeitslosen aus gesundheitlichen Gründen nicht überall eingesetzt werden können. Nach wie vor hoch ist die Zahl der Arbeitslosen, die maximal einen Pflichtschulabschluss vorweisen können, nämlich 46,4 Prozent. Mit Schulungen versucht das AMS den Prozentsatz zu drücken und neue Chancen zu eröffnen.
Reduziert hat sich die Zahl vorgemerkter Arbeitsloser im Tourismus (-51), bei den Technikern (-26) sowie den Hilfsberufen (-10). Einen Zuwachs gab es
hingegen bei Büroberufen (+22) sowie der Metall- und Elektrobranche (+12). Alles auf niedrigem Niveau, wie die Zahlen zeigen. 239 Jugendliche suchen derzeit eine Lehrstelle, ihnen stehen im Moment 300 Lehrstellen offen. VN-sca

„Herausfordernd ist die Vermittlung von Personen, die seit über einem Jahr einen Job suchen.“