Poker um Liechtensteins Casinos

Markt / 05.08.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Im ehemaligen Möbelgeschäft Kare Triesen will  Novomatic ein Casino Admiral eröffnen und 40 Arbeitsplätze schaffen.VB/ZANGHELLINI

Seit 2017 zwei Casinos in Liechtenstein. Gegen weitere Spielbanken regt sich Widerstand.

Vaduz 1949 erließ die Regierung des Fürstentums Liechtenstein ein ausdrückliches Glücksspielverbot, das erst im Jahr 2009 gelockert wurde. Doch rechtliche Scharmützel zwischen potenziellen Glücksspielfirmen sorgten dafür, dass im Jahr 2016 das Geldspielgesetz revidiert wurde und es nun neue liberale Zulassungsregeln enthält. Mit der Öffnung des Geldspielmarkts entscheidet der freie Wettbewerb – und nicht der Staat – über die Zahl der Spielbanken in Liechtenstein. Noch bis 2017 sollte es dauern, bis die ersten beiden Casinos im Fürstentum eröffnet wurden. Mit durchschlagendem Erfolg: Gleich im ersten Jahr lieferten sie statt des budgetierten Ertrags von 3,3 Millionen Franken effektive Einnahmen von rund 12 Millionen.

Diese Entscheidung sorgt inzwischen für immer mehr Unmut in der Bevölkerung, aber auch Politiker wie Landtagspräsident Albert Frick sorgen sich um das Image des kleinen Nachbarlandes, sollte es zu einem Glücksspieleldorado in der Region werden.

Widerstand der Nachbarn

Die Bedenken in dieser Hinsicht sind nicht unbegründet: Denn neben den beiden von den österreichischen Firmen Novomatic und Casinos Austria betriebenen Spielbanken wurden inzwischen drei weitere Ansuchen für den Betrieb von Casinos gestellt. Die Casinos Austria (Liechtenstein) kämpfen seit Monaten um eine Zulassung in Balzers, erhielten auch schon eine Ausnahmeregelung, die derzeit aber nichtig ist. Ende des Monats wird eine Klage der Anrainer wegen Lärm- und anderen Belästigungen beim Landgericht verhandelt. Die Voraussetzungen für eine einvernehmliche Einigung sind denkbar schlecht. Bauherrschaft und Casinos Austria drohten den Nachbarn mit Millionenklagen, sollte das Projekt verzögert werden.

In Schaan rittert das deutsche Unternehmen Psmtec um eine Lizenz und Baugenehmigung. Die Firma aus dem schwäbischen Illertissen, die Spielautomaten baut und vertreibt, nimmt zu konkreten Plänen laut „Liechtensteiner Vaterland“ allerdings ebensowenig Stellung wie die Firma Axalo, die den Bauherrn vertritt und im Frühjahr immerhin bestätigt hat, dass es sich bei dem Projekt um ein Casino handle. Das dritte neue Casino wird voraussichtlich in Triesen entstehen. Dort will der zweite österreichische Marktteilnehmer Novomatic ein zweites Casino eröffnen. Im Juni wurden die Pläne öffentlich. Im Casino Admiral Triesen sollen 40 Arbeitsplätze entstehen, sollten keine Hindernisse auftauchen. Doch die Gemeinde Triesen gab bereits bekannt, dass sie das Vorhaben zur Kenntnis genommen habe, dass es allerdings keine Möglichkeit gebe, Einfluss zu nehmen.

Politiker wie Albert Frick gaben indes bereits zu verstehen, dass man ein Gesetz auch wieder ändern könnte, sollte der Widerstand gegen den liberalen Geldspielmarkt zunehmen.