Starkem Gegenwind getrotzt

Markt / 21.08.2019 • 22:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Einer der Tätigkeitsbereiche von Aqua Mühle ist die Gastronomie, die mit Caterings und Service landesweit tätig ist. Fa/Rhomberg
Einer der Tätigkeitsbereiche von Aqua Mühle ist die Gastronomie, die mit Caterings und Service landesweit tätig ist. Fa/Rhomberg

Aqua Mühle legt nach schwierigem Jahr und Umstrukturierung positive Bilanz.

Frastanz So gut kann die Wirtschaft gar nicht florieren, dass es keine sozialen Unternehmen braucht. Es wird immer Menschen geben, die aus verschiedensten Gründen keinen Arbeitsplatz finden, und für die bieten soziale Unternehmen wie die Aqua Mühle mit Hauptsitz in Frastanz verschiedenste Angebote. Dass dafür auch öffentliche Gelder fließen, liegt in der Natur der Sache. Dass deshalb besondere Sorgfalt der Verantwortlichen gefordert wird, versteht sich von selbst. Nun hat Aqua Mühle (Aqua ist die Abkürzung für Arbeit und Qualifizierung) die Bilanz für das vergangene Jahr gelegt, das nicht wirklich einfach war, wie Geschäftsführer Florian Kresser und seine Stellvertreterin Kerstin Mündle berichten: „Im ersten Halbjahr waren wir konfrontiert mit großen AMS-Kürzungen, schmerzhaften Abschieden von Kollegen und einem räumlichen Zusammenrücken.“ Anfang 2018 schied außerdem der damalige Geschäftsführer Peter Hämmerle aus.

Neu positionieren

Die Aqua Mühle musste sich neu positionieren, ohne ihren Auftrag, eben Arbeit und Qualifizierung, zu vernachlässigen. Doch das alles scheint gelungen, wie Kresser und Mündle zusammenfassen, denn „mit den umgesetzten Sanierungsmaßnahmen, einer schlanken Verwaltung und einer ressourcenschonenden Unternehmenskultur sehen wir uns wirtschaftlich aus aktueller Sicht für zukünftige Herausforderungen gestärkt“. Keine leichte Übung, denn bei der Neustrukturierung musste das soziale Unternehmen, das u. a. langzeitarbeitslosen Menschen dabei hilft, Arbeit zu finden, selbst Mitarbeiter abbauen. „Nur mit viel Umsicht und Einfühlungsvermögen konnten die notwendigen Veränderungen im Mitarbeiterbereich abgefedert werden“, beschreibt der Aufsichtsratsvorsitzende der Aqua Mühle, Josef Summer, die Aufgabe.

Im vergangenen Jahr erzielte das soziale Unternehmen einen Umsatz von 15,761 Millionen Euro. 325 Mitarbeitende begleitenden exakt 2657 Klienten, den größten Teil davon im Auftrag des Arbeitsmarktservice. Erfüllt wird der Auftrag auf vielfältige Weise, nämlich in den vier Bereichen Bildung-Beratung, Arbeit-Beschäftigung, Wohnen-Leben und interne Dienstleistungen, die wiederum stark segmentiert sind und vom Arbeitsplatzcoaching über „Job Fit“, Personalservice und industrienahe Fertigung, Mikroverfilmung, Nahversorgung und Gast­ronomie bis zur Lehrwerkstatt und betreutem Wohnen reicht. Gerade im Bereich Arbeit-Beschäftigung wehte 2018 und weht nach wie vor der scharfe Wind des Wettbewerbs auch den Frastanzern ins Gesicht. Nach der Schließung der Postdienststellen wurde auch die industrienahe Fertigung in Ludesch geschlossen bzw. nach Frastanz verlegt, der Aqua Garten verkleinert und neu konzipiert.

Auszeichnungen

Dass ordentlich gearbeitet wurde und auch weiterhin wird, zeigen neben den Aufträgen von privaten Firmen und Institutionen auch die erfolgreichen Lehrabschlüsse der Aqua-Mühle-Lehrlinge, die Bestätigung als „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“ und weitere Auszeichnungen wie jene zum familienfreundlichen Betrieb oder der dritte Platz beim Bank Austria Sozialpreis.

„Nach schwierigen Jahren konnten wir trotz starkem Gegenwind positiv abschließen.“

Aqua Mühle 2018

Mitarbeiter 325, davon 173 Stamm-Mitarbeiter, 9 geringfügig Beschäftigte, 15 Lehrlinge, 125 Transitarbeitnehmer, 3 Zivildiener

Klienten, begleitete Personen 2657, davon 1389 Personen im Auftrag des AMS, 12 Freiwilliges Integrationsjahr, 52 Kinder (Panama), 943 Schüler (Zick Zack), 86 Personen Wohnbetreuung, 125 Personen Tagesstruktur all_tag, 50 Lehrlinge

Umsatz 15.761.000 Euro