Mexico City bringt Nahverkehr in die Luft

Markt / 19.09.2019 • 22:19 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Visualisierung einer Station der ersten Linie der Seilbahnlinie in Mexico City. Doppelmayr
Die Visualisierung einer Station der ersten Linie der Seilbahnlinie in Mexico City. Doppelmayr

140-Millionen-Euro Großauftrag für Seilbahnspezialist
Doppelmayr in mexikanischer Hauptstadt.

Wolfurt Bereits in Bolivien hat Doppelmayr mit dem heute größten städtischen Seilbahnnetz der Welt die Kompetenz bei urbaner Mobilität unter Beweis gestellt. Das rund 33 Kilometer umfassende Netz aus zehn Seilbahnlinien ist heute das Hauptverkehrsmittel der zusammengewachsenen Metropolen La Paz und El Alto in Bolivien, das mittlerweile von rund 300.000 Menschen pro Tag genutzt wird. In den vergangenen fünf Jahren waren bereits über 200 Millionen Fahrgäste zu verzeichnen.

Nun folgt der nächste Streich. Denn Doppelmayr/Garaventa hat einen Großauftrag von Mexico City erhalten.

Strecke von 9,22 Kilometern

Bis Anfang 2021 werden dort über neun Kilometer Seilbahnstrecke entstehen. Die Hauptaufgabe des neuen Verkehrsmittels wird es sein, die 3,5 Millionen Menschen, die im nördlich gelegenen Viertel „Cuautepec“ wohnen, auf kürzestem Weg zu einem der größten Mobilitätsknotenpunkte der Stadt „Indios Verde“ zu bringen, wo neben dem lokalen Bussystem drei U-Bahnlinien zusammenkommen.

Denn noch nehmen die Bewohner dieses Viertels meist die örtlichen Busse oder sind per Individualverkehr unterwegs, um Anschluss an das U-Bahn- und überregionale Bussystem zu erhalten. Das führt zu einem hohen Verkehrsaufkommen auf den Straßen. Nahezu 800 Millionen Fahrgäste nutzen jährlich den öffentlichen Verkehr, an Spitzentagen sind bis zu 5,5 Millionen Menschen mit Bus, U-Bahn und Co unterwegs.

Die neue Seilbahnlinie wird sechs Stationen umfassen. Dank ihr sollen die Menschen rund 40 Minuten schneller ankommen als zuvor.

Zum Einsatz kommen dabei kuppelbare Gondelbahnen der Seilbahngeneration D-Line, in der rund zehn Personen Platz finden. Diese Technologie wird damit zum ersten Mal in Lateinamerika eingesetzt. Doppelmayr wird als Generalunternehmer für die schlüsselfertige Umsetzung des Projektes verantwortlich sein. Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich laut Unternehmen auf 140 Millionen Euro.

Meilenstein für urbane Mobilität

Beim Wolfurter Unternehmen spricht man hinsichtlich des Großauftrages von einem Meilenstein. Denn auch wenn der Großteil des Umsatzes nach wie vor am Berg erzielt wird, sieht man in den urbanen Seilbahnen großes Potenzial auf der ganzen Welt.

Die umweltfreundliche und effiziente Mobilität gewinnt immer mehr an Bedeutung. In immer mehr Städten werden mögliche Seilbahn-Projekte diskutiert. So will beispielsweise Jerusalem die historische Altstadt mit dem modernen Teil verbinden und in den deutschen Städten Kempten und München sollen Machbarkeitsstudien die Realisierbarkeit von Stadtseilbahn-Projekten prüfen.