Ein Leben auf und abseits der Skipiste

Markt / 06.10.2019 • 18:13 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Auf der legendären Streif holte sich Didier Cuche den ersten von insgesamt 21 Weltcupsiegen. Reuters
Auf der legendären Streif holte sich Didier Cuche den ersten von insgesamt 21 Weltcupsiegen. Reuters

Ex-Skirennläufer Didier Cuche ist einer der Referenten des 36. Vorarlberger Wirtschaftsforums.

Bregenz Didier Cuche hat den Übergang in die neue Lebensphase erfolgreich gemeistert und ist heute sowohl als Markenbotschafter als auch als Coach und Berater im Nachwuchsbereich des Skisports tätig. Er wird als Speaker zum Vorarlberger Wirtschaftsforum als einer der „Mutmacher“ erwartet.

Unvergessen sein letzter Auftritt im Skizirkus: Mit Kappe, Kniebundhose, Wolljacke, Rucksack, alten Skistöcken sowie Holzskiern mit angeschraubten Kanten geht Didier Cuche im März 2012 beim Riesenslalom in Schladming an den Start. „Mit diesen Ski über eine Weltcupstrecke – Hut ab. Da musst du hervorragend Skifahren können“, sagt einer der Reporter. Und der Co-Kommentator ergänzt: „Den Zielhang überlebt er nicht. Da wirds ihn runterwickeln.“

Unterhalb des Starthäuschens rutscht Cuche zunächst zu FIS-Renndirektor Günter Hujara. Mit dem Deutschen war er ein Jahr zuvor während eines Weltcup-Rennens in Kvitfjell aneinandergeraten. Cuche hatte sich damals über die Präparierung eines Sprungs auf der Olympia-Piste von 1994 beschwert und sich dabei in der Wortwahl vergriffen. Der Streit wurde beigelegt – das belegt auch diese Szene. Zum Abschied überreicht Cuche dem Renndirektor ein rotes Trikot wie es der Führende des Weltcups trägt.

Abschiedsszenen

Meter für Meter kämpft sich der Schweizer die Piste hinunter. Ein norwegischer Trainer rettet ihn vor dem Sturz. Wenig später – und noch weit vor dem steilen und eisigen Zielhang – sitzt Cuche dann doch auf dem Hosenboden. Der guten Stimmung tut dies keinen Abbruch. „Danke Didi“ schallt es aus dem Zielbereich, in dem eine Band aufspielt. Nach einem zweiten Ausrutscher, weiteren Abschiedsszenen und zahlreichen Umarmungen erreicht Cuche das Ziel. Dort verneigt sich ein Vorarlberger – Head-Rennsportleiter Rainer Salzgeber zollt „Speedier“ nach 18 Jahren im Skiweltcup seinen Respekt.

Begonnen hatte die Karriere des Rennläufers im Alter von drei Jahren. Die Familie lebte in einem kleinen Weiler im Val de Ruz, ein Hochtal im Neuenburger Jura. Direkt bei einem der Skilifte führten die Eltern von Cuche das Restaurant „Bonne Auberge“. Die Gelegenheit, mehr als nur die ersten Schwünge auf weißem Untergrund zu erproben. Im Laufe der Jahre perfektionierte Cuche seine Technik auf zwei Brettern, landete schließlich im Kader von „Swiss Ski“, wo er zunächst als Slalomfahrer gefördert wurde. Erst spät entdeckten die Trainer sein Talent für schnelle Disziplinen.

Holpriger Start

Sein Weltcup-Debüt gab Cuche 1993 in Bormio. Die Abfahrt beendete er als Zweitletzter. Größere Erfolge sollten sich erst später einstellen. Bis dahin galt es für Cuche, das eine oder andere Tal zu durchwandern. 1996 zog er sich im Trainingslager einen Schien- und Wadenbeinbruch zu und fiel die komplette Saison aus. Beeindruckend verlief das Comeback in der Saison 1997/98: Auf der legendären Streif holte er sich den ersten von insgesamt 21 Weltcupsiegen. Cuche qualifizierte sich für die Olympischen Spiele in Nagano. Hinter Hermann Maier und zeitgleich mit Hans Knauß landete er damals auf dem zweiten Platz.

Gold war dem Schweizer, dem über die Jahre das Image des „Ewigen Zweiten“ anhaftete, bei Olympischen Spielen nie vergönnt. Dieses Kunststück gelang ihm nur bei der Weltmeisterschaft 2009 in Val-d’Isere. Im Super-G verwies er die Konkurrenz auf die Plätze. In der Abfahrt hingegen reichte es einmal mehr nur für Rang 2.

Beschwerlicher Weg

Cuches Weg zum Super-G-Gold war ein beschwerlicher. 2005 kämpfte er sich nach einem Kreuzbandriss zurück an die Weltspitze. Die Zeit während der Verletzungspause nutze er, um einen Dokumentarfilm mit dem Titel „Le Donte“ (Der Zweifel) zu drehen. Nach seinem Comeback 2006/07 blieben ihm Weltcupsiege zunächst verwehrt. In der Abfahrt fuhr er vier Mal hintereinander „nur“ auf Platz zwei. Mit viel Geduld, Ausdauer und Selbstvertrauen schafft Cuche im Laufe seiner Karriere immer wieder das Unmögliche. 2010 etwa gelang es ihm trotz gebrochener Rippe, den Super-G und die Abfahrt am Hahnenkamm zu gewinnen. Zudem stellte er mehrere Altersrekorde (ältester Sieger eines Weltcuprennens in den Disziplinen Abfahrt, Super-G und Riesenslalom sowie ältester Weltcupsieger) auf.

Besondere Art

Und nicht zuletzt kreierte der Schweizer auch eine besondere Art des Skiabschnallens. Nach seinem Sieg im Riesenslalom 2002 in Adelboden, wollte Cuche schwungvoll aus der Bindung steigen, wobei der Ski einen Salto vollzog. Dies wurde schließlich zum Markenzeichen des Schweizer Rennfahrers.

Entsprechend gespannt warteten die Zuschauer auch beim letzten Auftritt Cuches in Schladming darauf, wie sich der Skiprofi der alten Holzski entledigen würde. Und Cuches enttäuschte nicht. Am Ende wirbelte einer der beiden Holzski durch die Luft.

Sieben Jahre nach Karriereende ist das Thema Rennsport längt nicht passe. Regelmäßig ist „Speedier“ auf den und abseits der Skipisten unterwegs. Zunächst unterstützte er den Schweizer Rennkollegen Beat Feuz, später die Schweizer Nachwuchsfahrer und 2018 seinen Neffen Robin Cuche, der bei den Paralympics in Südkorea am Start war.

Wenn dem Skisportler einige Mal das Glück auf der Piste verwehrt blieb – abseits der Piste war dies offenbar nicht der Fall. Beim Weltcupfinale 2012 in Lenzerheide lernte er seine Frau Manuela kennen. Sie war damals als Ärztin im Einsatz. Mit ihr hat der ehemalige Skistar zwei Kinder – Noé (3) und Amelie (1).

„Auf der Streif ist es meist ein sehr schmaler Grat, ob man die Kontrolle behält.“

Joschka Fischer Der ehemalige Vizekanzler und Außenminister der Bundesrepublik Deutschland führte die Grünen sowohl in die erste Regierungsbeteiligung auf Landesebene (Hessen) als auch auf Bundesebene. Fischer ist Gründungsgesellschafter von Joschka Fischer & Company, der politischen Strategieberatung für Unternehmen und Organisationen.

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Alexander Graf Der E-Commerce-Experte weiß, wie sich Geschäfts- und Handelsmodelle durch intelligente Software, verknüpfte Märkte und neue, enorm schnell lernende Unternehmensformen verändern. In diesem Feld hat er ­u. a. die Otto Group, Gruner + Jahr und Markenhersteller wie Vitra beraten. Außerdem ist er Herausgeber des renommierten Blogs Kassenzone.

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u. a. die Otto Group, Gruner + Jahr und Markenhersteller wie Vitra beraten. Außerdem ist er Herausgeber des renommierten Blogs Kassenzone.

Sabine Herlitschka Die Vorstandsvorsitzende managt mit Infineon Technologies Austria einen der wichtigsten Innovationstreiber der österreichischen Wirtschaft. Seit 2012 verantwortete sie als Vorstand die Bereiche Technik und Innovation, seit 2014 steht sie dem Halbleiterhersteller vor. Zudem ist sie Mitglied im Rat für Forschung und Technologieentwicklung.

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Andreas Perotti Der Marketingdirektor des oberösterreichischen Luftfahrtkonzerns FACC AG koordiniert alle Kooperationen im Bereich „Urban Air Mobility“. Dazu zählen die autonom fliegenden Lufttaxis. Vor seinem Einstieg in die Aerospace-Industrie war er in leitenden Funktionen in der Telekommunikation, bei Agenturen und im öffentlichen Bereich tätig.

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Hans Joachim Reinke Der Vorstandsvorsitzender wurde bereits 2004 Mitglied des Vorstands der Union Investment Gruppe. Die deutsche Fondsgesellschaft verwaltet rund 350 Milliarden Euro an Kundenkapital. Seine berufliche Laufbahn startete der Veranlagungsexperte 1987 bei der Volksbank und absolvierte eine Ausbildung zum Bankkaufmann.

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36. Vorarlberger ­Wirtschaftsforum

Thema Risiko

Wann Donnerstag, 14. November 2019

Wo Festspielhaus Bregenz

Preis 330 Euro zuzgl. USt.

Firmenbonus Bei einer gemeinsamen Anmeldung ab fünf Personen 275 Euro zuzgl. USt. pro Person. Es kann nur ein Rabatt pro Firma in Anspruch genommen werden.

Anmeldung wirtschaftsforum.vn.at

Information Russmedia, Telefon 05572/501-727, kristjani.balasko@russmedia.com