Zappenduster im Kleinwalsertal

Markt / 10.10.2019 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Kleinwalsertaler Wirtschaft zeigt mit der Aktion „Black Weekend“, was passiert, wenn der stationäre Handel leidet. HGK

Kleinwalsertaler Wirtschaft verhängt bis Sonntag Schaufenster.

Mittelberg „Ich bin am Mittwochabend durchs Tal gefahren und habe mir angeschaut, wie es im Kleinwalsertal ohne beleuchtete Schaufenster aussieht“, erzählt Wolfgang Raich. Gefallen hat es ihm nicht, wie der Kaufmann im Gespräch mit den VN erzählt. Nun bleibt es bis einschließlich Sonntag zappenduster in den vier Dörfern des Tales, also in Mittelberg, Riezlern, Hirschegg und Baad. 33 Geschäfte haben seit diesem Donnerstag ihre Schaufenster mit schwarzem Papier verhängt. Sie liefern auch eine Erklärung, denn auf dem schwarzen Papier ist ein Plakat appliziert. Text: „Erst wenn der letzte Laden verschwunden und das Dorf verwaist ist, werdet ihr feststellen, dass online shoppen allein doch nicht so toll ist. Kauft lokal.“ Organisiert wurde die Aktion, die bereits am ersten Tag großes Aufsehen erregte, vom „Black Weekend Team“, des Handels- und Gewerbevereins Kleinwalsertal, der damit ein Zeichen setzen will, sagt der Sprecher des Teams.

Kunden sensibilisieren

Es gehe nicht darum, den Onlinehandel aufzuhalten, so der Kaufmann, doch man wolle mit der Aktion die Bevölkerung aus dem Tal und die Gäste sensibilisieren und darauf aufmerksam machen, was Gewerbe und Handel vor Ort zu leisten imstande sind. „Wir wollen die Regionalität hervorheben und auch die Nachhaltigkeit in den Fokus rücken“, sagt Raich, der ein Geschäft für exklusive Trachtenmode führt. Deshalb wurde zum Verhängen der Schaufenster auch Papier und nicht Folien verwendet. Bei der Aktionen machen viele Branchen mit: So ist die Hypo-Bank dunkel, genauso die Auslage der  Apotheke, alle Sportgeschäfte im Tal, der Friseur und sogar beim Baustoffhändler bleibt es bis Sonntag dunkel.

„Wir wollen nicht den Onlinehandel aufhalten, wir wollen auf unser Angebot hinweisen.“

Wolfang Raich, Handels- und Gewerbeverein Kleinwalsertal

Raich hebt die Vorzüge des stationären Handels heraus: „Wir können hier vor Ort Service bieten, wie es online nicht geht.“ Das gelte auch für die persönliche Beratung und Ansprache. Von den Arbeits- und Ausbildungsplätzen für die Kleinwalsertaler gar nicht zu reden. Bei der Bevölkerung ist die Aktion am ersten Tag gut angekommen, wie Reaktionen zeigen. Auch auf Social Media-Kanälen wird die Aktion begrüßt. Die ganze Vielfalt der Wirtschaft in der Talschaft zeigt sich übrigens vom 18. bis 20. Oktober bei der Kleinwalsertaler Wirtschaftsmesse im Walserhaus Hirschegg.