Unterhaltung, Lokale und neue Dienstleister

Markt / 07.11.2019 • 19:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorreiter Garnmarkt Götzis: Die Nummer eins im Shoppingcenter Performance Report Österreich „zeigt die Bedeutung neuer Konzepte für Innenstädte“. Fa
Vorreiter Garnmarkt Götzis: Die Nummer eins im Shoppingcenter Performance Report Österreich „zeigt die Bedeutung neuer Konzepte für Innenstädte“. Fa

Einkaufsstraßen und Einkaufszentren vor radikalem Wandel.

Wien, Schwarzach Der Vorarlberger Fachbuchautor und Handelsmanager Wolfgang Frick macht dem stationären Handel Mut – mit guten Beispielen, die funktionieren, und mit Tipps. Dass sein Buch „Online ist schlagbar“ der richtige Ratgeber zur richtigen Zeit ist, zeigen die Zahlen, die das in Österreich und Deutschland tätige Handelsforschungsunternehmen RegioPlan und der Immobilienentwickler EHL am Donnerstag zur Situation des niedergelassenen Handels in Österreich vorgestellt haben. Seit fünf Jahren geht nämlich die Verkaufsfläche – ausgenommen im Lebensmittelhandel – jährlich um ca. zwei Prozent zurück. Eine Entwicklung, die auch in Vorarlbergs Städten und Ortszentren sichtbar ist.

Was aber neu ist: Betroffen sind nicht mehr nur B- oder C-Lagen, sondern auch die stärksten Handelszonen. Waren es noch vor wenigen Jahren viele Unternehmen, die sich um die besten Standorte gestritten haben, expandieren im Moment nur wenige und dies vorwiegend im Diskontbereich. „Während noch vor wenigen Jahren gute Shopping Malls Wartelisten für mögliche Handelsmieter hatten und in guten innerstädtischen Lagen sowieso keine leistbare Fläche verfügbar war, sehen wir im Moment, dass die Zahl der Mietinteressenten stark zurückgegangen ist“, so Regioplan-Chef Wolfgang Richter. Die Passantenfrequenzen in innerstädtischen Handelszonen sinken aktuell im Durchschnitt um etwa vier bis sechs Prozent pro Jahr.

„Die Kunden müssen nicht mehr in die innerstädtischen Handelszonen kommen. Planer und Politiker, aber auch Geschäftsleute und Investoren müssen dafür sorgen, dass sie kommen wollen“, fordert Richter. „Geschäfte werden ihre Funktionen ändern müssen, die Handelszonen und Innenstädte ebenfalls, so Richter und nennt die wichtigsten Trends: Der Anteil der Gastronomie an den gesamten Einzelhandelsflächen in guten Lagen wird sich in den kommenden zehn Jahren verdoppeln. E-Sports, Virtual-Reality, Sport und Fitness etc. werden zum Standardangebot in guten Einkaufslagen. Auch Dienstleistungen wie´Gesundheitsangebote werden verstärkt in Einkaufszonen angeboten werden. Die Dienstleister profitieren von der hohen Frequenz („Frequenznutzer“), die Einzelhändler („Frequenzbringer“) von der längeren Verweildauer.