Vogewosi betritt wieder Neuland

Markt / 22.11.2019 • 22:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Immer mehr Gemeinden im Land öffnen sich für den sozialen Wohnbau.

Dornbirn In den Jahren 1997 bis 2018 ist die Bevölkerung Vorarlbergs um 13 Prozent gewachsen. Also ist anzunehmen, dass auch der Bedarf an Wohnungen um 13 Prozent gestiegen ist. Ist er aber nicht: Die Zahl der Haushalte hat um das Doppelte, also 26 Prozent zugenommen. Und es sei anzunehmen, dass diese Entwicklung anhalte, sagt der frischgebackene Aufsichtsratsvorsitzende der Vorarlberger gemeinnützigen Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft (Vogewosi), Altlandessstatthalter Karlheinz Rüdisser. „Es wohnen immer weniger Personen in einem Haushalt.“

Heuer zwölf neue Anlagen

Dieser Entwicklung folgend wurden im vergangenen Jahr 205 neue Wohnungen übergeben –  erstmals auch in Sulz. Der Blick auf 2019 zeigt, dass die Anstrengungen der Vogewosi nicht nachlassen: Heuer werden es 221 Wohnungen in zwölf Wohnanlagen sein, die an die Mieter übergeben werden. Neuland, sprich neue Gemeinden, betritt und bebaut die Vogewosi auch heuer und im nächsten Jahr: Bartholomäberg, St. Gerold, Hohenweiler, Schröcken, Langen, Egg und Zwischenwasser. Damit steigt die Zahl der Gemeinden mit Anlagen der Vogewosi auf 59, zählt man jene der anderen Wohnbaugenossenschaften hinzu, wurde die 80er-Hürde übersprungen, freut sich der ehemalige Wohnbaulandesrat Rüdisser.

Sanierungsrekord

Rekordverdächtig auch die Sanierungsbilanz: 1156 Wohnungen in 43 Wohnanlagen wurden abgeschlossen. „Dabei ging es um mehr Energieeffizienz, Bauteil- und Innensanierung“, so Vogewosi-Geschäftsführer Hans-Peter Lorenz. Seit 1990 habe man nicht mehr so viele Wohnungen auf neuesten Stand gebracht, informiert Lorenz. Außerdem wurden 749 Wohnungen, die 2018 neue Mieter bekamen, innensaniert. Das größte Sanierungsprojekt war aber die die Erneuerung des Kindercampus Bludesch, das allein 2,3 Millionen Euro verschlang. Insgesamt wurden für die Sanierungen 16,48 Millionen Euro in die Hand genommen.

170.000 Quadratmeter

Die Bautätigkeit der Vogewosi schlug mit 62 Millionen Euro zu Buche, nur 2017 war die Summe dafür noch höher. Aber nicht nur die Ausgaben gingen in die Höhe, naturgemäß auch die Bilanzsumme, nämlich  auf 826,6 Millionen Euro, der Gewinn von 5,57 auf 5,61 Millionen Euro und das Eigenkapital von 256,5 auf 270,5 Millionen Euro. „Wir brauchen Gewinn und Kapital zu Cofinanzierung unserer Wohnanlagen und für den Kauf neuer Grundstücke“, rechtfertigt Lorenz den Gewinn. Derzeit besitzt die Vogewosi 170.000 Quadratmeter Grundstückreserven. Järhlich werden rund 16.000 davon verbaut. Weil die Nachfrage nach günstigen Wohnungen nicht nachlässt, muss aber kontinuierlich neuer Grund zugekauft werden.

Beim Finden von Grundstücken will auch der neue Aufsichtsrat sein Scherflein beitragen und seine über Jahrzehnte aufgebauten Kontakte nutzen. Außerdem gelte es noch die Bürgermeister jener Gemeinden, die noch keinen sozialen Wohnbau im Ort haben, vom Nutzen solcher Wohnanlagen zu überzeugen. Die Nettokosten für einen Quadratmeter Wohnung betragen derzeit inklusive aller Nebengeräusche 9,80 Euro. „Das wird nicht ewig stehenbleiben“, sagt Lorenz ob der nach wie vor steigenden Grundstücks- und Baukosten, aber wenn sie steigen, dann nur ganz knapp über 10 Euro, verspricht er. VN-sca

Aufsichtsratschef Rüdisser und Geschäftsführer Lorenz: Erfolgsmodell Wohnen 500+ weiter ausbauen. Fa
Aufsichtsratschef Rüdisser und Geschäftsführer Lorenz: Erfolgsmodell Wohnen 500+ weiter ausbauen. Fa

Vogewosi Kennzahlen

Umsatz 2018 83,5  Mill. Euro

Eigenkapital 270,5 Mill. Euro

Mietwohnungen 14.151, verwaltete Wohnungen gesamt 16.762

Derzeit im Bau 579 Wohnungen in 22 Wohnanlagen

Errichtungskosten 2014 2350 Euro/m2, 2018 3206 Euro/m2 (+36%)