„Nahe am Gästestandard“

Markt / 18.12.2019 • 22:32 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So sehen heute Mitarbeiterunterkünfte aus. Das Teamhaus des Löwen Hotels Montafon in Schruns wurde vor Kurzem offiziell eröffnet. Fa
So sehen heute Mitarbeiterunterkünfte aus. Das Teamhaus des Löwen Hotels Montafon in Schruns wurde vor Kurzem offiziell eröffnet. Fa

Die Stimmung in der Tourismusbranche ist vor dem Start der Weihnachtsferien gut.

Dornbirn 2500 Mitarbeiter mehr als im Sommer benötigt die Vorarlberger Tourismuswirtschaft in der Wintersaison. Und die zu finden, ist jedes Jahr wieder eine Herausforderung für die Hotellerie und Gastronomie des Landes. Zumal ja auch alle anderen alpinen Tourismusregionen diese Mitarbeiter brauchen, um den Gästen einen erinnerungswerten Rundum-Urlaub bieten zu können. „Das Thema Mitarbeiter bleibt die zentrale Herausforderung“, stellt Elmar Herburger, Sprecher der Vorarlberger Tourismuswirtschaft anlässlich des Saisonstarts im Dornbirner Hotel Garni Sonne fest. Doch so dramatisch wie in den letzten Jahren ist die Personalsituation nicht, rund 90 Prozent der gesuchten Mitarbeiter sind in ihren Hotels vor Ort. Das hat eine Umfrage der Sparte bei 50 Betrieben ergeben.

Gute Auslastung an Weihnachten

Besonders rund um die Feiertage zeigt sich eine gute Auslastung. Ein wesentlicher Faktor seien dabei die Schneefälle der vergangenen Wochen, wobei Herburger schon der Hoffnung Ausdruck gibt, dass der Föhn bald in sich zusammenfällt und winterliche Temperaturen weiteren Schneefall begünstigen. Bereits jetzt zeichne sich eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr ab. „Feststellbar ist, dass die Buchungen immer kurzfristiger und kürzer werden. Die Häufigkeit der Gästebuchungen nimmt aber zu. Die Betriebe dürfen sich zudem über einen hohen Stammgästeanteil freuen“, erklärt er. Wie die Buchungslage sich während der traditionellen „Winterdelle“ zwischen Dreikönig und den Semesterferien darstelle, hänge im Wesentlichen von der Schneesituation ab. Im vergangenen Jahr besuchten rund 1,2 Millionen Gäste Vorarlberg, für heuer erhoffe man sich eine leichte Zunahme.

Von der Politik erwarte sich die Branche Unterstützung in allen Belangen. Dass dies auf der Agenda der Touristiker steht, ist dem Wechsel der Ressorts im Landhaus geschuldet. Denn nachdem die Branche über Jahrzehnte im Wirtschaftsressort angesiedelt war, wechselte sie nun zu Landesrat Gantner ins Landwirtschaftsressort. Die bisherige Tourismusstrategie sei in die Jahre gekommen, müsse neuen Anforderungen gerecht werden, fordert Harald Furtner, Geschäftsführer der Sparte Tourismus. „Die neuen Herausforderungen von der Digitalisierung bis zum Mitarbeitermangel sind darin nicht abgebildet“, stellt er fest. Gute Erfahrungen mti Gantner habe man bereits im Rahmen der Zusammenarbeit zwischen Tourismus- und Ökolandstrategie gemacht.

Aber zurück zu den Mitarbeitern, dem drängendsten Problem der Touristiker. Sie an das jeweilige Haus zu binden, sei wichtig. Neben Investitionen in touristische Infrastruktur wurden die meisten Mittel für die Mitarbeiter aufgewendet – einerseits in sogenannte Softfacts wie Betreuung, planbare und reduzierte Arbeitszeiten, Jahresarbeitsplätze, Nutzung der hoteleigenen Freizeitangebote, etc., aber auch von Investitionen in eine höhere Wohnqualität bei den Mitarbeiterunterkünften. Einige Betriebe haben hier Wohnsituationen für ihr Personal geschaffen, die dem Gästestandard sehr nahekommen, betont Furtner: „Die Befragung zeigt klar, dass durch solche Maßnahmen die Mitarbeiterproblematik verringert werden kann.“ VN-sca

„Betriebe, die in Mitarbeiter investieren, bekommen auch wieder Mitarbeiter.“