Arbeitsmarkt: 37 Millionen Euro für bessere Jobchancen

Markt / 28.01.2020 • 16:38 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
In den Ausbildungszentren Hohenems und Rankweil gehört das Praktikum bei Firmen zum Programm für die Lehrlinge. WKV

Arbeitsmarktservice rechnet heuer mit einem Plus von 300 Arbeitssuchenden in Vorarlberg.

Bregenz Zwei Millionen Euro weniger als im vergangenen Jahr beträgt das Jahresbudget des Arbeitsmarktservice Vorarlberg (AMS). 37,361 Millionen Euro stehen deshalb heuer zur Verfügung, um Menschen, die arbeitslos sind, wieder in Beschäftigung zu bringen. Nicht mit der Aktion 20.000, denn die zwei Millionen Euro, die heuer fehlen, waren genau die Förderung für diese Aktion. Man setze zusammen mit dem Land entsprechende Maßnahmen für diese Zielgruppe, nämlich die Gruppe der über 50-Jährigen, denn es ist auch jene Gruppe, die am Arbeitsmarkt besonders schwer unterzubringen ist.

Überproportionale Förderung

Neben dem Schwerpunkt „Ältere Arbeitnehmer“ hat sich die Geschäftsführung des AMS Vorarlberg, die stellvertretenden Chefin Katharina Neuhofer und Geschäftsführer Bernhard Bereuter, ehrgeizige Ziele gesetzt. So sollen Frauen überproportional gefördert werden, damit das Ungleichgewicht in Sachen Qualifizierung beseitigt wird, auch werden über neun Millionen Euro in die Beratung und Ausbildung junger Menschen investiert. Motto ist, so Bereuter bei der Vorstellung der Maßnahmen, Ausbildung vor Vermittlung, unter anderem im Ausbildungszentrum Vorarlberg, das 146 Ausbildungsplätze anbietet. Ziel ist es, dass die Jugendlichen während der Ausbildungszeit in ein Unternehmen wechseln und dort die Lehre abschließen. Das AMS unterstützt diese Ausbildung mit 3,1 Millionen Euro.

Neuhofer und Bereuter nutzten die Präsentation des Jahresprogramms aber auch, um ihr neustes digitales Werkzeug vorzustellen: Mit März 2020 wird das neue Arbeitsmarktchancen-Assistenz-System (AMAS) zum Einsatz kommen. Es berechnet die Arbeitsmarktchancen anhand von persönlichen Arbeitsmarktdaten der Arbeitssuchenden. „Mit dem neuen System werden Arbeitsuchende künftig effektiver beraten, vermittelt und gefördert. Dadurch sollen die arbeitsmarktpolitischen Ziele besser erreicht und die Arbeitslosenquote, trotz der schwächeren Wirtschaftskonjunktur, auf ähnlich konstantem Niveau gehalten werden“, so Neuhofer, die versichert, dass die auf 48 Daten und einem ausführlichen Gespräch beruht, die Chance auf einen Arbeitsplatz dank Algorithmen deutlich erhöhen kann. Ob dem tatsächlich so ist, werden Berater und die zu beratenden Personen schon bald erfahren, im Vorfeld wurde das Instrument jedenfalls nicht einhellig begrüßt.

26.000 neue Arbeitsplätze

Im laufenden Jahr werden die Teilnehmer von Kursen, Ausbildungen und Workshops jedenfalls mehr werden, Bereuter rechnet aufgrund der abflauenden Konjunktur mit 300 Arbeitslosen mehr im Land als derzeit, also knapp unter 10.000 Personen. Mit hochgerechneten 5,5 Prozent Arbeitslosenquote werde man aber auch in Zukunft deutlich unter der österreichischen Quote bleiben. Wie wichtig eine fachliche Ausbildung ist, zeigt sich an den Zahlen: Während die Arbeitslosigkeit bei Menschen mit Ausbildung bei 4,7 Prozent liegt, ist sie bei Arbeitssuchenden ohne Ausbildung bei 15,2 Prozent.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten nähert sich indes der 170.000er-Marke, 2019 waren es 168.371 Personen. Das bedeutet, dass in den vergangenen zehn Jahren 26.000 neue Arbeitsplätze im Land geschaffen wurden.

Arbeitsmarkt Vorarlberg

3676 offene Stellen waren beim AMS 2019 gemeldet, so viele wie seit den 1960er-Jahren nicht mehr

26.000 neue Arbeitsplätze wurden von der Vorarlberger Wirtschaft in den vergangenen zehn Jahren geschaffen.

19,5 Millionen Euro stellt das AMS für arbeitsplatznahe Qualifizierungen zur Verfügung, z. B. im Programm Frauen in Handwerk und Technik.