Immobilienmarkt von Corona unbeeindruckt

Verkäufe gingen in Vorarlberg im ersten Halbjahr nach oben.
Wien Die Grundbuchdaten zu den getätigten Immobilienverkäufen zeigen im ersten Halbjahr sehr wenige Spuren von Coronapandemie. In den meisten Bundesländern – auch in Vorarlberg – liegen die Verbücherungen sogar über dem Wert des Vorjahres, so der aktuelle Remax-Immospiegel.
In Vorarlberg zeigen die Grundbücher mit 3461 Eigentumsübertragungen einen Zuwachs von 10,4 Prozent. Diese Zahl übertrifft sogar das Rekordjahr 2016 um 6,7 Prozent. Auch der Gegenwert der Verbücherungen übertraf zum zweiten Mal in Folge bereits im Halbjahr die Milliardengrenze. Mit 1,08 Milliarden Euro liegt der Wert um 6,1 Prozent über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Während die drei Vorarlberger Bezirke Bregenz, Dornbirn und Bludenz anzahl- wie wertmäßig bisher unerreichte Werte erklommen, blieb Feldkirch hinter dem Vorjahr zurück.
Die teuerste Immobilie, die im ersten Halbjahr den Besitzer wechselte, war dabei die Liegenschaft von Wolford in Bregenz, die für über 72 Millionen Euro an Blum ging. Mit dieser Kaufsumme liegt das Objekt im österreichweiten Ranking auf Platz drei. Nach dem Betriebsgebäude folgen ein Hotel in Lech um 15,5 Millionen Euro, eine Liegenschaft im Bezirk Bludenz um 9,5 Millionen Euro, ein Bürogebäude im Bezirk Feldkirch um 9,2 Millionen Euro sowie ein Grundstück im Bezirk Bregenz mit über 10.000 Quadratmetern, das den Käufern 6,6 Millionen Euro wert war.
67.302 Immobilien in Österreich
Österreichweit stieg die Zahl der Immobilienverkäufe im ersten Halbjahr um 4,9 Prozent auf 67.302. Das Transaktionsvolumen blieb mit 16,4 Mrd. Euro unverändert. „Daraus zu schließen dass Immobilien generell billiger geworden wären, ist falsch“, sagt Anton Nenning, Managing Director von Remax. Vielmehr sei die Anzahl der kleineren Transaktionen gestiegen. „So haben sich in den letzten fünf Jahren die Verbücherungen von Parkplätzen beinahe versechsfacht. Aber auch Hausanteilsverkäufe haben fast um das Fünffache zugelegt, während Schwergewichte, wie zum Beispiel die Verkäufe von Zinshäusern und Zinshausanteilen, um ein Drittel zurückgegangen sind.“
Trotz der Tatsache, dass die Immobilienverkäufe im ersten Halbjahr zugelegt haben, werde man die tatsächlichen Auswirkungen der Covid19-Krise wohl erst am Ende des Jahres sehen, heißt es von Remax. Entscheidend für die Entwicklung werde vor allem die Kreditvergabe der Banken an Privatpersonen sein.