Arbeitslosigkeit im Land wird weiter steigen

Markt / 03.11.2020 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Arbeitslosigkeit im Land wird weiter steigen
Fast 3000 Jobs sind derzeit beim AMS in Vorarlberg ausgeschrieben. Mit verschiedenen Suchfunktionen finden sich Arbeitsplätze in vielen Branchen und allen Regionen des Landes. FA

Starker Anstieg im Oktober. AMS weist auf 3000 offene Stellen in Vorarlberg hin.

Bregenz Die Zahl der Arbeitslosen mit jener des Vorjahres zu vergleichen, ist aufgrund der Gegebenheiten schwierig. Dennoch zeigt der Anstieg von 30,6 Prozent oder 3106 Personen gegenüber dem Oktober 2019 drastisch die ganze Dramatik auf, die sich am Arbeitsmarkt in Vorarlberg abspielt. Und die Zahlen werden weiter steigen, befürchtet Bernhard Bereuter, Landesgeschäftsführer des AMS Vorarlberg anlässlich der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktzahlen: „Durch die massiven Einschränkungen wird die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten wieder ansteigen.” Die leise Erholung der vergangenen Monate ist damit wieder vorbei.

Gastronomie stark betroffen

13.262 Personen sind derzeit arbeitslos gemeldet, um 1205 oder zehn Prozent mehr als im September. Angestellte der Tourismusbranche trifft es im abgelaufenen Monat gleich doppelt. Aufgrund saisonaler Entwicklungen und Einschränkungen durch die Coronamaßnahmen erhöhte sich die Arbeitslosigkeit im Gastgewerbe im Vergleich zum Vormonat am stärksten, nämlich um 1180 Personen. Bei vorgemerkten Arbeitslosen mit einem Berufswunsch im Gastgewerbe hatten 54,3 Prozent (1283 Personen) eine Einstellzusage, die aufgrund der nun in Kraft gesetzten Maßnahmen wohl nicht zum Tragen kommt, denn die Prognosen für den Wintertourismus sind düster.

„Wir führen auch jetzt unter Einhaltung aller Schutzmaßnahmen Schulungen durch.“

Bernhard Bereuter, Geschäftsführer AMS Vorarlberg

Nichtsdestotrotz seien die neuen Kurzarbeitsregeln und die Hilfen für die Unternehmen, die aufgrund der Hilfsmaßnahmen, die zumindest im November einen Ersatz von 80 Prozent des Vorjahresumsatzes vorsehen, gute Mittel, um Menschen in Arbeit zu halten, appelliert Bereuter an die Wirtschaft und verweist auf die Zeit nach Corona, wo wieder Arbeitskräfte gebraucht werden. „Die Firmen müssen dann keine neuen Mitarbeiter suchen, die sich erst in den Betrieb integrieren müssen“, so der AMS-Chef, der weiß, dass die Unternehmen vor schwierigen Entscheidungen stehen, aber auch feststellt: „Wir müssen alle optimistisch sein.“

Fast 3000 offene Stellen

Die Arbeitslosenquote in Vorarlberg beträgt 7,4 Prozent, nur die Steiermark, Oberösterreich und Salzburg schnitten besser ab. Österreichweit beträgt die Arbeitslosigkeit 8,7 Prozent, Arbeitsmarktfachleute gehen davon aus, dass die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen von 423.750 aufgrund des neuen Lockdowns auf 500.000 steigen könnte.

Bereuter erinnert auch daran, dass in Vorarlberg derzeit trotz der Arbeitslosigkeit 2887 Arbeitstellen offen sind. „Man muss in einer Situation wie derzeit auch flexibel sein.” Es sei besser, zumindest vorübergehend einen Job anzunehmen, der nicht auf der Wunschliste steht, und aus „dieser deutlich besseren Position heraus“ den gewünschten Arbeitsplatz zu suchen. Auch die Möglichkeiten einer beruflichen Weiterbildung bzw. eines Berufseinstieges für Schulabgänger sollte man jetzt ins Auge fassen, die Mitarbeiter des AMS stehen für entsprechende Beratungen gerne zur Verfügung. Für die nähere Zukunft sei dafür eine Vorarlberg Stiftung angedacht, die die Qualifizierungsangebote noch attraktiver machen sollen.

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