Essen und urlauben als Solidarakt

Markt / 20.11.2020 • 18:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Branchenvertreter appellieren an die Solidarität von Firmen und der Bevölkerung, die Betriebe durch Gutscheinkäufe zu unterstützen. vn
Die Branchenvertreter appellieren an die Solidarität von Firmen und der Bevölkerung, die Betriebe durch Gutscheinkäufe zu unterstützen. vn

Wann kann geöffnet werden? Tourismus steht vor bedrohter Saison. Gutscheinkauf als wichtige Hilfe.

Schwarzach Wie wird der Winter für die Tourismusbranche? Diese Frage kann derzeit niemand beantworten. Aktuell müssen die Betriebe geschlossen halten. „Wir sind im bereits zweiten Lockdown. In 2700 Gastronomie- und Hotellerie-Betrieben herrscht mehr oder weniger Arbeitslosigkeit“, sagt Hotelier und Branchensprecher Markus Kegele. 

Man wisse nicht einmal, ob man überhaupt vor Weihnachten öffnen könne. „In Deutschland sagen die Politiker, sie wollen nicht, dass die Bevölkerung in Krisengebiete wie Österreich reist. Dieser Imageverlust trage ebenso zur Unsicherheit bei wie die Reisewarnung und die hohen Infektionszahlen. Und allein von österreichischen, Schweizer und liechtensteinischen Gästen könne man leider nicht leben. „Aktuell stehen die Hotels bei einer Auslastung zwischen zehn und 30 Prozent. Zudem besteht bei einer Öffnung über Weihnachten und Silvester die Gefahr, dass sich neue Cluster bilden und für uns ein dritter Lockdown folgt. Das wäre dann der Supergau“, spricht Kegele die verquere Lage der Branche an.

Gastronomie und Hotellerie appellieren nun an Firmen und die Bevölkerung, Genuss zu verschenken. Dafür wurden die bestehenden „vorarlberg isst“-Gastronomie-Gutscheine auf alle Betriebe in Vorarlberg ausgeweitet. Neu aufgelegt wird im Dezember ein eigener Hotelgutschein („vorarlberg urlaubt“). Es sei eine gute Möglichkeit, Mitarbeiter oder Familie zu beschenken und zugleich die Branche zu unterstützen, so Gastronomie-Sprecher Mike Pansi.

Umsatzersatz notwendige Hilfe

Dass die Gastronomie für den November 80 Prozent des Umsatzes ersetzt bekomme, sei eine willkommene Hilfe. Aber man dürfe nicht vergessen, dass die Branche schon seit März schwer getroffen sei und für die Weihnachtszeit keine Feiern gebucht seien, sagt Stefan Köb, Gastronom und stellvertretender Fachgruppenobmann. Die Winterhotels wiederum würden davon gar nicht profitieren, weil sie traditionell erst im Dezember aufsperren.

Die Branchenvertreter hoffen nun, endlich Antworten zu bekommen. Die Politik müsse anfangen, offen zu kommunizieren, um so für Planbarkeit zu sorgen. VN-reh

Essen und urlauben als Solidarakt

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