Gebremste Abfahrt für Skihersteller

Markt / 23.11.2020 • 22:13 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorarlbergs Skifirmen brauchen im heurigen Jahr mehr Schwung.FA
Vorarlbergs Skifirmen brauchen im heurigen Jahr mehr Schwung.FA

Head rechnet im Skigeschäft mit 25 Prozent Rückgang. Auch Kästle kämpft mit Corona.

KENNELBACH Am 14. Dezember ist für heuer Schluss mit der Skiproduktion beim Kennelbacher Sportspezialisten Head. Am 11. Jänner wird dann die Produktion wieder hochgefahren, die jährliche Weihnachtspause wird damit um eine Woche verlängert. „Wir haben die Produktion für die heurige Saison aber schon früher gedrosselt“, gibt Head-Geschäftsführer Klaus Hotter einen Einblick in die momentane Situation bei einem der größten Ski- und Wintersportartikelhersteller weltweit, der in Kennelbach rund 370 Mitarbeiter beschäftigt und im vergangenen Jahr 510.000 Paar Ski produziert hat.

Tennisgeschäft boomte

Gerechnet wird bei Head mit einem Minus von 25 Prozent gegenüber dem ausgezeichneten Vorjahr, besonders die Skiverleihe seien heuer sehr zurückhaltend mit den Bestellungen. Während in Europa seitens der Kunden und des Sporthandels nur verhalten geordert wird, habe das Geschäft in Kanada und den USA wieder angezogen.

Für Head sei allerdings das Tennisgeschäft im Sommer sehr gut gelaufen, damit „haben wir viel kompensiert“, da sei trotz Corona kein Rückgang zu verzeichnen gewesen, berichtet Hotter. Im Wintergeschäft komme es auch darauf an, wann und ob die Skisaison tatsächlich beginnen kann. Zuwächse im Tourensegment können – auch über die gesamte Branche gesehen – die Verluste im Skiverkauf nicht auffangen, „da wachsen die Bäume auch nicht in den Himmel“, so der Head-Chef über die verschiedenen Segmente. Die Produktion einstellen, wie das Mitbewerber Blizzard nun macht – werde man nicht, sehr wohl werde man aber in Kurzarbeit produzieren, diese umfasse aber nicht alle Abteilungen. Derzeit und wegen der erfolgreichen vergangenen Jahre sei die Firma aber in Sachen Liquidität gut aufgestellt.

Der Skihersteller Kästle mit Vorarlberger Wurzeln und tschechischem Eigentümer erwartet für die Wintersaison 2020/21 ebenfalls Umsatzrückgänge im deutlich zweistelligen Prozentbereich. Auf konkrete Zahlen wollte sich Marketingleiter Philipp Giselbrecht nicht festlegen. Kästle profitiere mit seiner Tourenski-Serie TX aber vom anhaltenden Boom bei Skitouren. Etwa zehn Prozent aller Kästle-Ski werden in Hohenems produziert. VN-sca, wpa

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