Wohnungen trotz Krise gefragt

Markt / 14.04.2021 • 22:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Zinssituation und die Verunsicherung durch Coronakrise ließen Markt auch 2020 wachsen.

Schwarzach Der Vorarlberger Wohnungsmarkt hat sich auch im Coronajahr 2020 erneut auf sehr hohem Niveau bewegt. 3039 Eigentumswohnungen wechselten insgesamt den Besitzer. Das sind um 5,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Allerdings um 3,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2018. Das Plus ist das zweithöchste aller neun Bundesländer, so die Zahlen aus dem aktuellen Remax-Immobilienspiegel, der auf Basis der tatsächlichen Grundbuch-Verbücherungen basiert.

Fast eine Milliarde

Beim Gesamtverkaufswert war die Steigerung mit plus 9,3 Prozent noch viel höher. Hier fehlen Vorarlberg nur noch 18 Millionen Euro auf die Milliarde. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 lag der Gesamtverkaufswert noch bei unter 400 Millionen Euro. Seither bewegt er sich von Jahr zu Jahr in 100-Millionen-Euro-Schritten nach oben.

Kurz gesagt: Im vergangenen Jahr wurden trotz Krise mehr Wohnungen verkauft und auch die Preise stiegen weiter an. Die durchschnittliche Wohnung in Vorarlberg kostete 2020 schon 310.720 Euro. „Die Anzahl der verkauften Wohnungen hat sich in den letzten Jahren auf hohem Niveau eingependelt, die Preise haben 2020 nochmals zugelegt“, resümiert Remax-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer. Wobei es bei Verkäufen und Preisen deutliche Unterschiede in den vier Bezirken gibt. Bregenz und Dornbirn geben hier den Takt an. Der Bezirk Bregenz hat 2020 erstmals die Tausend-Wohnungen-Marke übersprungen und landete bei 1119 Wohnungen (+20,6 %). Auch der Bezirk Dornbirn steigerte um 20,2 Prozent und kommt auf 784 Verbücherungen. Feldkirch und Bludenz verzeichneten indes eine rückläufige Entwicklung. Die Wohnungspreise in Bregenz liegen mittlerweile bei 320.279 Euro (+17.786 Euro bzw. +5,9 %). Damit liegt der Bezirk im österreichweiten Bezirksranking bereits hinter Kitzbühel und sieben Wiener Bezirken.

Wieso die Nachfrage nach Eigentumswohnungen anstieg? Remax-Geschäftsführer Reikersdorfer spricht neben den anhaltend niedrigen Zinsen vor allem von der Unsicherheit durch die Krise als Grund. „Dies hat zu einer steigenden Nachfrage nach Wohnungseigentum geführt – und hier vor allem bei Anlegern – und von einem in vielen Regionen spürbar rückläufigen Angebot.“

Fairerweise müsse man erwähnen, dass die Vorarlberger Wohnungen mit 73,2 Quadratmeter nach den Oberösterreichischen die größten im Bundesgebiet sind und um 10,4 Quadratmeter größer als jene in Wien. Dennoch sei die Kombination aus schöner Landschaft, Platznot und enormer Wirtschaftsleistung ein starker Preistreiber. Zudem sei die Bausubstanz aufgrund der regen Wohnungsbautätigkeit der letzten Jahre besser in Schuss als in den meisten Bundesländern. Auf den typischen Quadratmeter gerechnet, kostete laut Remax-Immospiegel eine Vorarlberger Wohnung 4436 Euro und somit um 12,7 Prozent mehr als 2019 und erstmals mehr als in Wien (+250 Euro). So sind die Quadratmeterpreise in den letzten fünf Jahren in Vorarlberg im Durchschnitt um die Hälfte (+49,8 Prozent) nach oben geklettert.

Mehr Angebot

Für heuer geht Reikersdorfer davon aus, „dass das Angebot an Eigentumswohnungen wieder steigen wird.“ Dies werde in weiterer Folge dazu führen, dass die Preiskurve abflachen wird. VN-reh