Warum für das Klima Müll getrennt werden soll

Markt / 27.07.2021 • 07:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Warum für das Klima Müll getrennt werden soll
VOEB-Präs. Jüly: Mülltrennung (Bild: Kunststoff-Recycling) muss bei Jungen besser verankert werden.   FA/ALPLA

Vorarlberger sind mit Entsorgern zufrieden – hohes Bewusstsein für Mülltrennung.

Wien, Schwarzach Plastikmüll, egal ob in Gewässern oder auf Wiesen, sorgt seit Monaten – wenn nicht schon länger – regelmäßig für Proteste und internationale Schlagzeilen. Sowohl Politik als auch NGOs und Konsumenten sind sich einig, dass der Plastikmüll genauso wie alle anderen Müllfraktionen reduziert werden muss. Doch zwischen der Erkenntnis und der Umsetzung gibt es immer noch Luft, wie eine aktuelle Untersuchung des Meinungsforschungsinstituts Marketagent im Auftrag des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) zeigt. Befragt wurden 1500 Menschen in Österreich im Alter von 14 bis 69 Jahren und zwar einerseits zur Wahrnehmung der Müllentsorgung im Bundesland als auch dazu, welche Rolle die Abfall- und Recyclingwirtschaft beim Klimaschutz einnimmt.

Schlüsselrolle

82 Prozent der Österreicher ist bewusst, dass die Entsorgungswirtschaft in der Klima- und Umweltpolitik eine Schlüsselrolle innehat. Das Bewusstsein für Abfall als Ressource ist seit der letzten Umfrage im Jahr 2018 deutlich gestiegen. Während vor drei Jahren nur die Hälfte der österreichischen Bevölkerung Abfälle als wichtigen Teil einer ökologischen Kreislaufwirtschaft einstufte, hat sich dieser Wert in den letzten drei Jahren auf zwei Drittel erhöht. In Vorarlberg sind sogar 88 Prozent der Befragten dieser Meinung – der höchste Wert im Bundesländervergleich. Eine ähnliche Tendenz zeigt sich, wenn es um die Betrachtung von Abfällen als wertvolle Ressource geht: Dieser Aussage stimmen fast 70 Prozent der Österreicher zu, 2018 waren es nur 56 Prozent.

„Wer Abfall trennt, sammelt und recycelt, trägt so aktiv zum Umweltschutz bei.“

Gabriele Jüly, Präsidentin VOEB

Das hohe Bewusstsein der Vorarlberger Bevölkerung schlägt sich auch im Verhalten nieder: Während Wiener pro Kopf 289 Kilo Restmüll produzieren, wirft ein Vorarlberger lediglich 83 Kilo Abfall in den Restmüll (Zahlen 2018). Dazu passt auch, dass die Vorarlberger laut der neuen Umfrage von Marketagent die ihrer Meinung nach besten Entsorgungsbetriebe haben. 85 Prozent der in Vorarlberg befragten Personen geben an, dass ihre Abfallentsorger sehr gut arbeiten. Am wenigsten zufrieden mit ihren Entsorgungsbetrieben sind die Burgenländer und die Tiroler mit jeweils 67 Prozent.

Aufholbedarf bei Jungen

Sorgen bereitet der Präsidentin des VOEB, Gabriele Jüly, aber der Generation Gap bei der Wahrnehmung der Rolle von Abfalltrennung, Re- und Upcycling in der Klima- und Umweltpoltik. Auffällig ist nämlich, dass älteren Menschen, die gemeinhin verantwortlich gemacht werden für den Ist-Zustand der Welt, die Bedeutung der Abfallwirtschaft für den Umweltschutz stärker bewusst ist als jüngeren. Rund die Hälfte (55 Prozent) der 14- bis 18-Jährigen geben an, dass Abfälle wichtige und knapper werdende Rohstoffe enthalten, während dies bei den 60- bis 69-Jährigen über 77 Prozent sind. Ein ähnliches Bild zeichnet sich bei der Frage ab, ob Abfälle eine wertvolle und wichtige Ressource sind: Auch hier gibt es eine fast 20-prozentige Differenz zwischen der jüngsten (57 Prozent) und ältesten (76 Prozent) Generation. „Die Studie verdeutlicht, dass wir vor allem bei jungen Menschen noch Aufholbedarf haben und besser vermitteln müssen, dass Abfall eine kostbare Ressource ist“, resümiert Jüly.

Recycling und Klimaschutz

85 Prozent der Vorarlberger geben ihren Entsorgungsbetrieben Bestnoten.

 

88 Prozent der Vorarlberger sagen, dass die Abfallwirtschaft eine wichtige Rolle im Klimaschutz spielt.

 

57 Prozent der Jugendlichen sagen, dass Recycling wichtig ist (älteste Umfrageteilnehmer: 77 Prozent).