Weshalb Liebherr so viele Aufträge wie noch nie hat

Markt / 04.04.2022 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Weshalb Liebherr so viele Aufträge wie noch nie hat
Die Baumaschinen (Liebherr LB 30) aus Nenzing sind innovativ und leistungsfähig.  Fa

25 Prozent Umsatzsteigerung für Maschinenbauer, Rekord-Auftragseingänge für 2022.

Nenzing 2020 war für den Nenzinger Baumaschinen-Spezialisten Liebherr ein schwieriges Jahr, 2021 zeigte sich dafür ganz anders. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen und der globalen Ausnahmesituation konnte die Liebherr-Werk Nenzing GmbH im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 532,4 Millionen Euro erzielen – eine deutliche Steigerung von rund 25 Prozent gegenüber dem Niveau des Vorjahres. Das Jahr 2021 brachte einen weiteren Rekord für das Unternehmen: Der Standort Nenzing verzeichnete mit rund 460 Millionen Euro den stärksten Auftragseingang im Bereich Baumaschinen seit Bestehen des Standortes. Vor allem in den Monaten November und Dezember bestellten die Kunden neue Maschinen. Aufgrund der Auftragseingänge geht Liebherr Nenzing ungeachtet der aktuellen Rahmenbedingungen für das Geschäftsjahr 2022 von einer stabilen Entwicklung aus.

Starke Dynamik

Die positive Entwicklung ist in allen Produktsegmenten zu beobachten. Alle Baureihen verzeichnen zweistellige Zuwächse. Die höchste Dynamik kam im vergangenen Jahr aus dem Segment der Spezialtiefbaugeräte. Dies bestätigt auch den in den letzten Jahren erfolgreich eingeschlagenen Weg zum Komplettanbieter im Spezialtiefbau: Neben Ramm- und Bohrgeräten werden auch Anbaugeräte, Werkzeuge und Zubehör erfolgreich entwickelt und vermarktet. Erfreulich auch die Entwicklung im Segment der Hydroseilbagger und Raupenkrane. In diesen Produktreihen konnte Liebherr seine schon bisher gute Marktposition weiter ausbauen.

V. l.: Die Liebherr Nenzing-Geschäftsführer Holger Streitz, Gerhard Frainer, Martin Saler, Markus Schmidle.  <span class="copyright">FA</span>
V. l.: Die Liebherr Nenzing-Geschäftsführer Holger Streitz, Gerhard Frainer, Martin Saler, Markus Schmidle.  FA

Deutlich über den Erwartungen hat sich die Nachfrage nach emissionsfreien Antriebssystemen entwickelt, insbesondere im Segment der batteriebetriebenen „Unplugged“-Raupenkrane (LR-Serie). Haupttreiber sind die Märkte Großbritannien und Skandinavien. Die Auftragseingänge zeigen aber auch eine zunehmende Resonanz aus Nordamerika und Fernost. Nordamerika bleibt 2021 für Liebherr Nenzing einer der größten Abnehmer für Baumaschinen. Besonders erfreulich ist, dass sich der Kernmarkt Europa im vergangenen Jahr überdurchschnittlich dynamisch entwickelt hat. Mit einem Plus mehr von als 40 % lag das Wachstum im Heimmarkt deutlich über dem Marktdurchschnitt.

Wachstumstreiber

Im Jahr 2019 brachte Liebherr Nenzing das weltweit erste Großdrehbohrgerät auf den Markt, das mit Akku betrieben wird. Nach erfolgreicher Markteinführung wurde das alternative Antriebskonzept kontinuierlich auf weitere Geräte übertragen. Liebherr wurde für sein Bestreben vom unabhängigen Ratingunternehmen EcoVadis, dem weltweit renommiertesten Anbieter von Nachhaltigkeitsratings, mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Eine Auszeichnung erhielt das Liebherr-Werk in Nenzing auch für die Bemühungen im Bereich der digitalen Lösungen und Assistenzsysteme: Die ESTA-Awards sind die höchste Auszeichnung für die internationale Kran- und Schwerlastindustrie. In der Kategorie „Safety“ gewann heuer der LR 1400 SX den Award. Damit sicherte sich zum zweiten Mal in Folge ein Raupenkran der Liebherr-Werk Nenzing eine Auszeichnung.

Liebherr Nenzing GmbH

Umsatz 2021 532,4 Mill. Euro (+25 Prozent)

Beschäftigte in Vorarlberg 1640 (+60)

Beschäftigte an anderen Standorten 460 (+20)

Lehrlinge 138

Investitionen 4,9 Millionen Euro

Export 99 Prozent

Standorte Aserbaidschan, Frankreich, Hongkong, Indien, Niederlande