Bis 2050 die Kurve kriegen

Markt / 06.05.2022 • 18:02 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Frank Obrist begeisterte bei Unternehmer:in sein heute das Publikum im Großen Sparkassensaal. VN/Paulitsch
Frank Obrist begeisterte bei Unternehmer:in sein heute das Publikum im Großen Sparkassensaal. VN/Paulitsch

Frank Obrist referierte über seine Vision vom Auto der Zukunft.

Dornbirn Der Prototyp muss noch warten. Zuerst werden die Gäste, die von der Sparkasse Dornbirn in Kooperation mit der Wiener Städtischen zu „Unternehmer:in sein heute“ geladen wurden, im Großern Sparkassensaal begrüßt. Dieser war voll besetzt, denn die 97. Auflage widmete sich einem Thema, das derzeit ganz besonders unter den Nägeln brennt: Welche Technologien führen uns in die Zukunft und sind außerden noch leistbar? Dazu referiert ein Mann, der die Aufmerksamkeit der interessierten Besucher zuallerst auf seine Füße lenkt. Diese stecken in knallig-roten Sneakers, ein Statement oder besser ein Understatement zu dem, was Frank Obrist tatsächlich will: nämlich die Welt retten.

Wie, das bringt der 60-jährige Visionär und Gründer der Obrist Group mit lediglich vier Worten auf den Punkt: Flüssiger Strom aus Sonnenenergie. „Im Sonnengürtel der Erde können wir die Kilowattstunde Strom unter einem Euro erzeugen“, erklärt Frank Obrist und zeigt die Regionen, von denen er spricht auf der Weltkarte. „Mithilfe großer Sonnenkraftwerke spalten wir mit Elektrolyse Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff auf, entnehmen der Luft das CO2 und verbinden alles miteinander, um einen flüssigen, transportfähigen Energieträger – E-Methanol zu bekommen.“

Als Vorbild diente dem ausgebildeten Maschinenbauer die Natur, genauer der Wald. Doch Obrist geht noch einen Schritt weiter. Damit das CO2 aus der Atmosphäre kommt, will er es wieder zurück in die Erde bringen. Dafür wird das der Luft entnommene CO2 in Kohlenstoff umgewandelt und 1000 Meter tief ins Meer versenkt.

Der Obrist Hyper Hybrid

Die Obrist Group, als Technologieschmiede und Erfindertempel, hat außerdem einen sogenannten Hyper Hybrid entwickelt. Angetrieben mit durch Solarstrom erzeugtem E-Methanol soll in Summe sogar CO2 absorbieren. „Grob und verkürzt ausgedrückt, haben wir dem Tesla Model 3 die Akkus herausgerissen, kleinere eingebaut und eben auch einen Verbrennungsmotor“, erklärt Obrist die Umrüstung zum seriellen Hybrid und lädt zur Besichtigung ein. Das lassen sich die zahlreichen Gäste nicht zweimal sagen. Den roten Sneakers folgend, geht‘s die Stiege hinunter mit den letzten Worten von Frank Obrist im Kopf. „Unser Ziel ist es, dass ein erheblicher Anteil der gesamten zukünftigen elektrifizierten Welt mit unserer Technologie ausgestattet ist. Wir wissen, dass wir mit 50 Mitarbeitern nur eine kleine Vorarlberger Firma sind und die Welt nicht revolutionieren werden. Aber gemeinsam sehr wohl.“ Was für ein Statement! Da glänzt der frischgewaschene Prototyp gleich doppelt so hell. CRO

Stefan Vollbach (Simplon) und Bojan Mursec (Sparkasse).
Stefan Vollbach (Simplon) und Bojan Mursec (Sparkasse).
V.l.: Vorstandmitglied Martin Jäger, Alexander Meier (Wiener Städtische), Referent Frank Obrist und Vorstandsvorsitzender Harald Giesinger.
V.l.: Vorstandmitglied Martin Jäger, Alexander Meier (Wiener Städtische), Referent Frank Obrist und Vorstandsvorsitzender Harald Giesinger.
Milva Meusburger und Rene Krall (Dornbirner Sparkasse).
Milva Meusburger und Rene Krall (Dornbirner Sparkasse).
V. l.: Jürgen Stoppel (Hartmann Sicherheitstechnik) mit Verena Kathan und Klaus Bitsche (beide Dornbirner Sparkasse).
V. l.: Jürgen Stoppel (Hartmann Sicherheitstechnik) mit Verena Kathan und Klaus Bitsche (beide Dornbirner Sparkasse).
Birgitt und Roland Frühstück bei
Birgitt und Roland Frühstück bei “Unternehmer:in sein heute”.
Von der Wiener Städtischen Versicherungs AG Alexander Wallner (l.) und Hubert Schlögl.
Von der Wiener Städtischen Versicherungs AG Alexander Wallner (l.) und Hubert Schlögl.
Vorstand Anton Steinberger, Klaus Baldauf (Nägele Bau) und Vorstandsdirektor Gerhard Lutz (v. l.).
Vorstand Anton Steinberger, Klaus Baldauf (Nägele Bau) und Vorstandsdirektor Gerhard Lutz (v. l.).