Silicon Valley der Verpackung

Markt / 11.05.2022 • 22:07 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jürgen Wiesenegger (Scheyer Verpackungstechnik) und Stephan Kaar (Rondo Ganahl) repräsentieren eine starke Branche am Standort Vorarlberg. VN/Steurer
Jürgen Wiesenegger (Scheyer Verpackungstechnik) und Stephan Kaar (Rondo Ganahl) repräsentieren eine starke Branche am Standort Vorarlberg. VN/Steurer

Vorarlberger Verpackungsbranche schaut nachhaltig in die Zukunft.

Schwarzach In den Lockdowns der vergangenen zwei Jahre arbeitete eine Branche auf Hochtouren, oft mit Sonderschichten. Die Vorarlberger Verpackungsindustrie, vereint im Branchenverband VPack konnte sich nicht über Stillstand beschweren. Im Gegenteil: „Es konnte oft nicht gut genug verpackt sein“, schildert Jürgen Wiesenegger, Geschäftsführer der Firma Scheyer Verpackungstechniker die damalige Nachfrage, die man nur dank der sehr engagierten Mitarbeiter, die nicht nur Sonderschichten schoben, sondern auch für ausgefallene Mitarbeiter deren Tätigkeit übernommen haben, geschafft habe.

Und weitere solche Mitarbeiter sind dringend gesucht. Derzeit arbeiten in den 22 Mitgliedsbetrieben des Branchenverbandes in Vorarlberg 3623 Mitarbeiter und fertigen Verpackungen in der ganzen Bandbreite der Nachfrage – vom Karton bis zu medizinischen Verpackungen, von RePET-Flaschen bis zu hochkomplex bedruckten Hülsen. Wir bilden das gesamte Portfolio ab“, erklärt Stephan Kaar, Geschäftsleiter des Wellpappewerks der Rondo Ganahl, und Sprecher von VPack.

Über den Sinn von Verpackung lassen die beiden Repräsentanten der Vorarlberger Packaging-Branche nichts kommen. Erstens, so erklären sie im Gespräch mit den VN, arbeite man ständig an der Verbesserung, will heißen: an der Nachhaltigkeit, zweitens sei die Verpackung – fokussiert man auf Lebensmittel – unabdingbar, um Lebensmittel haltbar und sicher zum Konsumenten zu transportieren. Verpackung biete hygienischen Schutz und beuge der Lebensmittelverschwendung vor, verweisen Wiesenegger und Kaar auf die derzeit angespannte Versorgungssituation. „Wir müssen gut auf unsere Lebensmittel aufpassen“, geben sie der Hoffnung Ausdruck, dass die Branche wie in der Coronazeit auch jetzt als systemrelevant eingestuft und z. B. bei Gasabschaltungen prioritär beliefert wird.

Vorarlberg sei das Silicon Valley der Verpackungsindustrie mit ständiger Innovation; so hat Alpla gerade mit dem Kunden Vöslauer eine extrem leichte und ebenso lange verwendbare RePET-Flasche entwickelt, die international für Aufsehen sorgt. Bei anderen Anbietern geht es darum, statt mehrerer Materialien nur noch ein einziges Material zu verwenden, was die Recyclingfähigkeit dramatisch verbessere. Wie hoch die Innovationrate sei, zeige sich auch an den regelmäßigen Auszeichnungen für Vorarlberger Firmen und ihre Produkte.

Die ständige Entwicklung sei auch im Sinne der Mitarbeiter, betont Kaar, denn diese wollen nicht nur Arbeit, sondern auch einen Sinn in ihrer Tätigkeit erkennen. Das könne man neben einem stabilen Arbeitsplatz auch bieten, wie die oft langjährige Treue der Mitarbeiter zeige. Ausgebildet werden derzeit 222 Lehrlinge in den 22 Betrieben. Und nicht genug der Parallelen: Die Lehringe werden in den Vorarlberger Verpackungsbetrieben in 22 Berufen ausgebildet. Zudem steht ihnen die VPack-Akademie mit einem breiten Ausbildungsprogramm zur Verfügung, werben Wiesenegger und Kaar um die Jugendlichen. VN-sca

22 Lehrberufe mit Perspektive stehen in den 22 Mitgliedsbetrieben der VPack zur Auswahl. Fa
22 Lehrberufe mit Perspektive stehen in den 22 Mitgliedsbetrieben der VPack zur Auswahl. Fa

VPack Mitgliedsbetriebe

Alpla Werke, Hard; Bayer Kartonagen Lustenau; Buchdruckerei Lustenau; CCL Label, Hohenems; Etiketten Carini, Lustenau; Flatz GmbH, Lauterach; Fries Kunststofftechnik, Sulz; Giko Verpackungen, Weiler; Glatz Klischee, Bregenz; Fidel Gmeiner, Wolfurt; Jochum Druck, Schwarzach; Logett GmbH, Frastanz; Mayer Record Scan, Wolfurt; Müroll, Frastanz; Offsetdruckerei Schwarzach; Pratopac, Klaus; Rattpack, Wolfurt; Rondo Ganahl, Frastanz; Scheyer Verpackungstechnik, Klaus; Thurnher Druckerei, Rankweil; Vorarlberger Verlagsanstalt, Dornbirn; Eduard Wolff, Wolfurt