Auch Holzpellets sind teurer

Markt / 12.05.2022 • 18:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Holzpellets haben sich verteuert. Die Preissteigerungen liegen aber trotzdem unter jenen anderer Energieträger. ap/Ostrop
Holzpellets haben sich verteuert. Die Preissteigerungen liegen aber trotzdem unter jenen anderer Energieträger. ap/Ostrop

Hoher Strompreis, gestiegene Transportkosten und Ukraine-Krieg führen zu Preisanstieg.

Dornbirn Auch der Brennstoff Holzpellets kann sich den Preissteigerungen nicht entziehen. Das zeigt ein Blick in die Statistiken des Interessenverbandes Pro Pellets. So kosten Haushaltsmengen bis sechs Tonnen gegenwärtig beinahe 47 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. In Vorarlberg lag der Preis pro Kilogramm Pellets im April etwa bei 33,22 Cent.

Vergleicht man die mehrjährige Entwicklung, so fällt die Preissteigerung nicht so massiv aus. Denn 2021 waren Holzpellets ausgesprochen günstig, was den Jahresvergleich beeinflusst. Das zeigt ein Blick in den Holzpellets-Preisindex PPI 06. Man muss mit Bezug auf April 2021 um acht Jahre zurückgehen, um einen geringeren Preis zu finden. Trotzdem zeigt der Index ab Jänner 2022 deutlich erkennbare Sprünge nach oben. „Es ist ein Allzeithoch, das kann man nicht bestreiten“, sagt Ländle-Pellets-Geschäftsführer Bernd Hagen.

„Nicht unter Käseglocke“

Ländle Pellets respektive die Vorarlberger Mühlen- und Mischfutterwerke GmbH mit einem Produktionsstandort in Dornbirn ist bislang der einzige Hersteller von Holzpellets in Vorarlberg. Hagen weist darauf hin, dass auch die Produzenten von Holzpellets „naturgemäß von allgemeinen Preissteigerungen betroffen“ sind. „Wir sitzen nicht unter einer Käseglocke, sondern sind Teil eines freien Marktes.“ So sei Ländle Pellets auf der Produktionsseite mit mehreren Preissteigerungen konfrontiert. Zur Produktion von Pellets wird in Dornbirn nur Strom, aber kein Gas benötigt. „Der reine Energiepreis bei Strom ist gegenüber dem Vorjahr für uns um das Fünffache gestiegen und auch für das kommende Jahr müssen wir mit einer Erhöhung rechnen“, so Hagen. Die Mehrkosten allein dafür belaufen sich heuer auf einen höheren sechsstelligen Euro-Betrag.

Gleichzeitig sehe man sich einer Steigerung der Transportkosten um 15 Prozent gegenüber, was zu Mehrkosten im Fuhrpark führe. Dazu komme, dass die in der jüngeren Vergangenheit gestiegenen Preise für frisch geschlagenes Holz in der Regel auch zu steigenden Preisen bei Nebenprodukten wie Hobel- und Sägespänen führen. Sie sind das Ausgangsmaterial zur Herstellung von Pellets.

Außerdem spiele der Krieg in der Ukraine eine Rolle. Durch die Sanktionen gegen Russland dürfen keine Holzprodukte mehr aus Russland und Belarus eingeführt werden. Und die Pellets-Produktion in der Ukraine sei massiv ins Stocken geraten oder zum Erliegen gekommen.

Preise werden weiter steigen

Nach Einschätzung von Hagen dürften die Pelletspreise in Vorarlberg bis zum Winter 2022 deshalb noch einmal teurer werden. Allerdings erwartet er keine Preisexplosion. „Das wäre nur der Fall, wenn irgendwo in Österreich oder der EU die Pelletsversorgung in einer größeren Region zur Gänze ausfallen würde. Das ist eher unwahrscheinlich.“ Denn erstens gebe es viele Produzenten. Und zweitens steigen die Produktionskapazitäten in Österreich deutlich an. Hagen spricht von rund 400.000 Tonnen Holzpellets, die bis nächstes Jahr zusätzlich produziert werden können. Das entspreche 40 Prozent des österreichischen Bedarfs. „Die Versorgungssicherheit ist also gegeben.“

Bei Ländle Pellets geht man angesichts des vermehrten Umstiegs auf alternative Heizsysteme von einer jährlichen Nachfragesteigerung um etwa zehn Prozent aus. Deshalb werden die Lagerkapazitäten massiv auf 8000 Tonnen ausgebaut.