Deshalb gibt es keine Entwarnung beim Erdgas

Markt / 21.07.2022 • 20:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Putin hat den Gashahn wieder aufgedreht, doch die Unsicherheit bleibt angesichts der bisherigen Versorgungspolitik der Russen. <span class="copyright">AP/Augstein</span>
Putin hat den Gashahn wieder aufgedreht, doch die Unsicherheit bleibt angesichts der bisherigen Versorgungspolitik der Russen. AP/Augstein

Wieder mehr Gas für Europa und Österreich aus Russland, doch keine Entwarung.

Wien, Moskau, Lubmin Nach der Wartung von Nord Stream 1 ist Donnerstagfrüh die Gaslieferung durch die deutsch-russische Gaspipeline wieder angelaufen.

Die deutsche Bundesnetzagentur geht davon aus, dass die Pipeline wie vor der zehntägigen Wartung zu etwa 40 Prozent ausgelastet wird, das entspricht rund 67 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag. Bei einer Auslastung von 40 Prozent über die nächsten Wochen sei “nicht das schlimmste Szenario eingetreten, aber von Entwarnung kann ich noch nicht reden”, so Netzagentur-Präsident Klaus Müller, auch Österreichs Energieministerin Leonore Gewessler vertritt diese Ansicht.

Russlands Energieriese Gazprom pumpt nach der Wiederinbetriebnahme von Nord Stream 1 auch weiter Gas durch die Ukraine nach Europa. Auch der teilstaatliche OMV-Konzern hat am Donnerstag wieder mehr Gas erhalten. Der russische Gaskonzern Gazprom habe bestätigt, dass rund die Hälfte der vereinbarten Gasmenge am Donnerstag fließen soll, hieß es von der OMV zur APA. Damit kehre man auf das Niveau von vor der Wartung der deutsch-russischen Pipeline zurück. Während der Nordstream-Wartungspause bekam die OMV nur ein Drittel des bestellten Gases aus Russland. Die österreichischen Gasspeicher seien derzeit zu etwa 50 Prozent gefüllt. Trotz der Wartung von Nord Stream 1 sei auch in den vergangenen Tagen Gas eingespeichert worden. Bis vor Beginn der Heizsaison will die Regierung die Speicher zu 80 Prozent füllen.

Die Regulierungsbehörde E-Control rechnet weiterhin damit, das Speicherziel zu erreichen: “Wir gehen nun davon aus, dass wieder mehr Gas in die Speicher hereinkommt”, sagte E-Control-Chef Wolfgang Urbantschitsch. Dennoch müsse man die Lage permanent beobachten, man könne sich nicht darauf verlassen, dass der Gasfluss aufrecht bleibt.