So viel Müll landet im falschen Sack

Markt / 25.07.2022 • 11:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Vorarlberg ist österreichisches Musterland bei der Müllvermeidung und -trennung. <span class="copyright">vn</span>
Vorarlberg ist österreichisches Musterland bei der Müllvermeidung und -trennung. vn

Ideal wäre österreichweit eine Restmüllmenge von höchstens 80 Kilogramm pro Person und Jahr.

Wien Je weniger im Müll landet, desto eher werden Ressourcen und die Geldbörse geschont, denn die Entsorgung von Restmüll ist vergleichsweise teuer. Vorarlberg ist dabei aber österreichisches Musterland bei der Müllvermeidung und –trennung.

Nur 72 Kilogramm Restmüll fallen im Land pro Person und Jahr an, in Wien sind es hingegen 280 Kilogramm. „Um die Restmüllmenge zu reduzieren, hat die Vermeidung von Abfall oberste Priorität. Dazu gehört zum Beispiel der achtsame Einkauf von Lebensmitteln, die Reduzierung von Verpackungsmüll oder der Verzicht auf Produkte, die eigentlich gar nicht gebraucht werden. Ideal wäre österreichweit eine Restmüllmenge von höchstens 80 Kilogramm pro Person und Jahr“, sagt Gabriele Jüly, Präsidentin des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB).

Gabriele Jüly, Präsidentin des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe. <span class="copyright">VOEB</span>
Gabriele Jüly, Präsidentin des Verbandes Österreichischer Entsorgungsbetriebe. VOEB

“Das ist ein Skandal”

Die Montanuni Leoben** hat erhoben, dass rund 250.000 Tonnen Kunststoffe, 200.000 Tonnen Papier, 70.000 Tonnen Glas und 67.000 Tonnen Metalle jährlich im Restmüll österreichischer Haushalte landen, ebenso enorme Mengen an eigentlich wiederverwertbarem Biomüll. „Das ist ein Skandal. In Zeiten von Ressourcenknappheit muss jeder und jede Einzelne dafür sorgen, dass Glas, Kunststoff, Metalle, Altpapier und Bioabfall getrennt gesammelt werden. Nur so können diese Wertstoffe weiterverarbeitet und recycelt werden“, sagt Jüly.

Vorarlberg zeige vor, wie es gehen kann. „Wenig Restmüll und korrekte Mülltrennung sind für alle Beteiligten von Vorteil: Die Gemeinden sparen unnötige Behandlungskosten und dadurch Steuergeld, wir Entsorger können effizient recyceln und Erlöse aus Wertstoffen lukrieren“, betont Jüly.

Viele Ursachen

Laut Statusbericht seien die regionalen Unterschiede auf viele Ursachen, wie landesrechtliche Bestimmungen, bestehende Sammelsysteme, Anzahl von Zweitwohnsitzen, Intensität des Tourismus oder Anteil der mitentsorgten Abfälle aus gewerblichen Betrieben, zurückzuführen.

Restmüll-Aufkommen in Österreich

Vorarlberg: 72 Kilogramm pro Einwohner

Oberösterreich: 115 Kilogramm pro Einwohner

Burgenland: 124 Kilogramm pro Einwohner

Steiermark: 131 Kilogramm pro Einwohner

Tirol: 132 Kilogramm pro Einwohner

Niederösterreich: 142 Kilogramm pro Einwohner

Salzburg: 167 Kilogramm pro Einwohner

Kärnten: 172 Kilogramm pro Einwohner

Wien: 280 Kilogramm pro Einwohner

Österreich: 165 Kilogramm pro Einwohner