Inflation verlangsamt sich auf 9,1 Prozent

Markt / 31.08.2022 • 19:04 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Gesunkene Treibstoffpreise als Grund. Maßnahmen gefordert.

Wien Die Teuerung hat sich im August erstmals seit über einem Jahr verlangsamt. Nach 9,3 Prozent im Juli dürften die Preise im August gegenüber Juli durchschnittlich um 9,1 Prozent gestiegen sein, geht aus einer Schnellschätzung der Statistik Austria hervor.

Preisschübe

Ausschlaggebend seien demnach die Treibstoffpreise, die die Inflation zwar weiterhin anfachten, gegenüber dem Juli aber deutlich gesunken seien. „Weitere Preisschübe sehen wir bei Haushaltsenergie, Nahrungsmitteln und in der Gastronomie“, sagt Statistik-Austria-Chef Tobias Thomas.

Die Arbeiterkammer fordert deshalb erneut eine zeitlich befristete Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel. Denn viele Menschen würden unter den hohen Preisen beim Einkaufen stöhnen. Der Handelsverband fordert ebenfalls schnelle Maßnahmen gegen die Teuerung. Allen voran sei ein „unkomplizierter, unbürokratischer Energiepreisdeckel für Händler“ notwendig, so Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Metro friert Preise ein

Der Großhandelskonzern Metro kündigte unterdessen an, seine Preise für 120 Produkte im Food Bereich vorübergehend einzufrieren. Zwischen 1. September und 25. Oktober werde das Unternehmen die Preise unter anderem für Eier, Zucker, bestimmte Wurstwaren und Alufolie garantieren. „Unsere Hauptkundengruppe Gastronomie und Hotellerie steht in Anbetracht der wachsenden Inflation unter einem enormen finanziellen Druck. Um die massiven Herausforderungen etwas abzufedern, haben wir uns dazu entschlossen, die Preise für viele Kernprodukte einzufrieren“, betont CEO Xavier Plotitza.

Druck auf EZB

Im Euroraum ist die Inflation erstmals seit Einführung der Gemeinschaftswährung über die Marke von neun Prozent gesprungen. Damit dürfte der Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) noch größer werden, mit einer massiven Zinserhöhung gegenzusteuern.